Eine Frage, die mir tatsächlich schon des Öfteren gestellt wurde. „Warum lesen eigentlich alle den Fitzek?“ Und das noch bevor ich angefangen habe im Buchhandel zu arbeiten und auch jetzt noch, da ich nicht mehr im Buchhandel arbeite. Eine einfach Antwort wäre: „Weil er gut ist.“ Aber ich glaube so einfach ist es nicht. Sebastian Fitzek hat etwas an sich, was die Menschen begeistert, er zieht sie quasi magisch an. Vielleicht hat er mit seiner Bezeichnung „Irrenmagnet“ wirklich nicht ganz unrecht ..

2006 erschien sein erstes Buch „Die Therapie“, welches ich im gleichen Jahr, also mit 15 Jahren gelesen habe und war schlichtweg begeistert. Ich wusste, wenn dieser Autor nochmal ein Buch rausbringt, muss ich es lesen. Damals gab es für mich noch keine Social Media Kanäle, da gibt es höchstens Studivz und Schuelervz für die ganz Coolen unter uns. Damals hatte man noch keinen Kontakt zum Autoren und trotzdem war Fitzek schon damals der Größte für mich. Jedes weitere Buch von ihm wurde ohne wenn und aber verschlungen.

Der erste riesige Symapthiepunkt bekam er von mir, als ich ihm eine E-Mail geschrieben habe, an die E-Mail-Adresse, die hinten im Buch abgedruckt war und er mir tatsächlich persönlich geantwortet hat. Der Autor hat mit mir geschrieben. Meine Welt war eine andere, denn das war lange bevor ich Twitter und andere Social Media Kanäle für mich entdeckt habe. Aber damit kam dann die große Welle und Fitzek wusste sie zu nutzen. Er hat sich auf Facebook und Twitter, sogar Instagram mit seinen Leser verknüpft, hat sich menschlich gemacht. Er gibt einem nicht das Gefühl, dass er etwas Besseres ist, weil er ein bekannter Autor ist. Habt ihr ihn schon mal auf der Buchmesse gesehen? Noch in der Jacke und mit Koffer in der Hand geht er zum Verlagsstand und wird von Lesern angesprochen, ob sie ein Foto mit ihm machen können. Herr Fitzek stellt den Koffer ab, zieht die Jacke aus und lächelt in die Kamera. Manches Mal habe ich schon den Eindruck gewonnen der arme Mann hat niemals seine Ruhe und trotzdem ist er immer freundlich und nett zu seinen Lesern.

Und dann ist da natürlich noch seine Art zu schreiben. Immer wenn man ein Buch mit dem Namen Sebastian Fitzek darauf in die Hand nimmt, weiß man, dass nie etwas so ist, wie man anfänglich denkt. Aber nicht nur die verdrehten Wendungen in seinen Büchern, die ich immer wieder versuche zu durchschauen, machen seine Bücher so besonders, sondern auch seine Charaktere, die ich jedes Mal aufs Neue sympathisch finde und mit ihnen mitfiebere. Außerdem baut Fitzek immer mal wieder Charaktere aus vergangenen Büchern als Nebenrolle in einem anderen Buch mit ein, was mir unglaublich Spaß macht.

Natürlich fand ich auch nicht jedes Buch von ihm großartig, beispielsweise haben mir „Der Nachtwandler“ und „Passagier 23“ nicht so besonders gut gefallen, aber trotzdem kann ich nicht anders als jedes seiner Bücher als bald nach dem Erscheinen zu lesen. So auch „Flugangst 7A“.

Warum lesen eigentlich alle den Fitzek?

Sebastian Fitzek: Flugangst 7A

In seinem neuesten Buch sitzt der Protagonist in einem Flugzeug und wird vor ein Ultimatum gestellt, dass etwas Unmenschliches von ihm abverlangt. Alles Original Fitzek und wirklich zum Mitfiebern. Was tut er? Wer tut ihm das an und was soll das Ganze eigentlich? Und wieder wirft Fitzek aktuelle Themen in seine Bücher auf, die den Leser zum Nachdenken anregen, mich jedenfalls hat es mal wieder dazu gebracht. Leider kann ich die Themen nicht genauer benennen, weil es sonst einiges spoilern würde. Ist es ein typischer Fitzek? Ja, auf jeden Fall. Es gibt wirklich gestörte Charaktere, Intrigen und Wendungen mit denen man nicht rechnet, also alles was man von einem Fitzek erwartet. Für mich persönlich was es ein angenehmes Buch, aber kein Pageturner. Nach dem Beenden blieb eher das Gefühl „Okay, den neuen Fitzek habe ich auch gelesen.“ als „Oh mein Gott, was soll ich nur als Nächstes lesen, da kommt doch nichts heran.“ Ob ich den nächsten Fitzek wieder lesen werde? Rate mal. 😉


Bibliografie & Inhalt

Droemer Knaur | 400 Seiten | erschienen: 10/2017 | 978-3-426-19921-3
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Eine weitere Meinung zum Buch findet ihr hier: Im Buecherzelt