Warum Charlotte Lucas mein Herz berührt

Warum Charlotte Lucas mein Herz berührt …

Ich glaube jeder Vielleser hat diese Phasen, in denen er nur ein bestimmtes Genre liest. Bei mir sind das zur Zeit Liebesromane. Vielleicht, weil sie mir ein gutes Gefühl vermitteln und (oftmals) nicht in heillosen Katastrophen Enden. Ich denke, zur Zeit brauche ich einfach ein Happyend.

Und damit hat es bei mir auch angefangen. Ich habe mich in der Bibliothek meines E-Readers umgeschaut (ist übrigens der neue Tolino Shine 3HD, falls ihr mehr über ihn erfahren wollt, schaut doch mal hier vorbei). Dort habe ich von Charlotte Lucas „Wir sehen uns beim Happyend“ entdeckt und wusste, dass dieses Buch genau das ist, wonach ich gesucht habe.

Wir sehen uns beim Happyend

In diesem Buch geht es um eine junge Frau, die nichts weiter möchte, als dass die Welt ein guter Ort ist. Sie möchte keine Geschichten lesen, sehen oder hören, die schlecht enden, weshalb sie ihren Blog „Better Endings“ gegründet hat, auf dem sie die Enden von genau solchen Geschichten einfach umschreibt. Gleich zu Beginn des Buches gerät jedoch ihr eigenes Leben aus der perfekten Bahn. Und wie sollte es anders sein, lernt sie einen Mann kennen, jedoch auf eine sehr unkonventionelle Art und Weise. Das Buch ist einfach hinreißend, weil die Protagonisten so eine liebenswürdige Idiotin ist. Sie verstrickt sich in ein Netz aus Lügen, dass sie nicht ewig aufrecht erhalten kann. Mit diesem Buch habe ich mich so pudelwohl gefühlt, dass ich mich sogleich in das nächste Buch der Autorin vergraben habe.

Dein perfektes Jahr

Eigentlich ist dies Buch das erste Buch, dass unter Wiebke Lorenz’ Pseudonym „Charlotte Lucas“ erschienen ist und ich muss betonen, dass es eindeutig besser ist, dass man dieses Buch zuerst liest, denn in „Wir sehen uns beim Happyend“ gibt es ein kurzes, aber viel verratendes Wiedersehen mit dem Protagonisten Jonathan aus diesem Buch. Nichtsdestotrotz habe ich auch diese Geschichte unheimlich gerne gelesen, in der es um einen jungen Verleger geht, der den Verlag aufgrund der langen Tradition seiner Familie übernommen hat. Er ist festgefahren in der Routine seines Lebens, alles läuft genauso wie es immer gelaufen ist. Bis er eines Tages nach seiner allmorgendlichen Joggingrunde ein Filofax am Lenker seines Fahrrads findet. Es ist nicht irgendein Filofax. Mit diesem Kalender hat sich jemand sehr viel Mühe gegeben und jeden Tag des nächsten Jahres mit Aufgaben und Terminen gefüllt. Was sich daraus dann ergibt, ist teilweise schrecklich tragisch, aber gleichzeitig wunderschön. Jonathan steht für so viele von uns, die Tag für Tag ihr Leben in immer gleichen Bahnen leben und dabei nicht sehen, dass sie so eigentlich gar nicht glücklich sind. Für mich ist auch dieses Buch ein absolutes Wohlfühlbuch gewesen.

Warum Charlotte Lucas mein Herz berührt …

Sie hat in beiden Büchern Protagonisten erschaffen, die weder perfekt sind, noch irgendeinen Klischee entsprechen und in denen man sich als Leser gerade deshalb wieder finden kann. Natürlich ist nicht jeder von uns ein stinkreicher Verleger, aber jeder von uns hat seine Routinen, seine Rituale, manche vielleicht lieb gewonnen, andere, weil sie einfach schon immer so waren. Jonathan hat gar nicht bemerkt, dass sein Leben eigentlich gar nicht so läuft wie er es gerne hätte, er hat einfach nur nie etwas daran geändert, weil alles immer lief wie es laufen sollte.

Im Fall von Ella, der Protagonistin in „Wir sehen uns beim Happyend“, kann ich nur von mir sprechen, aber ich bin mir fast sicher, dass auch viele andere das kennen. Den Wunsch danach, dass alles einfach gut ist, mit sich selber Wetten abzuschließen „Wenn ich das und das schaffe, dann tritt auch dieses und jenes ein.“ Anfänglich war ich nicht begeistert von Ella und ihrer Sucht nach Harmonie, aber ich bin letztendlich davon überzeugt, dass es in jedem von uns steckt. Jeder von uns hätte gerne ein Happyend. Die Autorin erschafft authentische Charaktere, die mit Problem zu kämpfen haben, die jeder kennt und schreibt drum herum eine Geschichte, die dem Leser für eine kurze Zeit aus der Realität holen, dass eben nicht immer alles so läuft, wie man es sich wünscht. Gleichzeitig zeigt Charlotte Lucas damit auch, dass es vielleicht nicht immer das Schlechteste ist, wenn das Leben erstmal aus der Bahn gerät, weil die neue Bahn manchmal auch neues Glück bereit hält.

Falls ich euch jetzt neugierig gemacht haben sollte, könnt ihr auf der Seite von Bastei Luebbe noch mehr über Charlotte Lucas und ihre Bücher erfahren.

2 Kommentare

  1. Wirklich toller Beitrag! Hab jetzt auch richtig Lust darauf bekommen!<3

    Muss ich gleich mal beim Verlag vorbei schauen!

    Noch eine schöne Woche

    xo
    Christl

    Antworten

    1. Hallo Christl,

      Es freut mich sehr, dass ich dir mit meinem Beitrag Lust auf die Bücher machen konnte.
      Würde mich freuen, wenn du mir sagst, wie sie dir gefallen haben, wenn du sie lesen solltest.

      Das Schönste ist doch, sich dann darüber austauschen zu können. 🙂

      Liebe Grüße,
      Lotta

      Antworten

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