Elanus

»Doch. Ich bin ein Idiot.« Der Satz kam ihm erstaunlich schwer über die Lippen. Wenn er etwas nicht war, dann dumm, aber das würde das Mädchen früh genug herausfinden.

Über das Buch
Loewe | 416 Seiten | erschienen: 08/2016
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Jona ist siebzehn und seinen Altersgenossen ein ganzes Stück voraus, was Intelligenz und Auffassungsgabe betrifft. Allerdings ist er auch sehr talentiert darin, sich bei anderen unbeliebt zu machen und anzuecken. Auf die hervorgerufene Ablehnung reagiert Jonas auf ganz eigene Weise: Er lässt sein privates Forschungsobjekt auf seine Neider los: eine Drohne. Klein, leise, mit einer hervorragenden Kamera ausgestattet und imstande, jede Person aufzuspüren, über deren Handynummer Jona verfügt. Mit dem, was er auf diese Weise zu sehen bekommt, kann er sich zur Wehr setzen gegen Spott und Häme.
Doch dann erfährt er etwas, das besser unentdeckt geblieben wäre, und plötzlich schwebt er in tödlicher Gefahr.


 

Meine Meinung

Ein unlustiger, unsympathischer Sheldon Cooper

Genau diesen Eindruck hatte ich von Jona am Anfang des Buches. Er war neu in der Stadt und neu an der Uni. Ich hatte das Gefühl, das Einzige, was ihm wirklich Spaß bereitet, ist anderen zu demonstrieren, wie viel schlauer er ist und sie obendrein auszuspionieren. Das sind seine beiden großen Leidenschaften. Er ist mir am Anfang wahrscheinlich genauso unsympathisch wie den anderen auf dem Campus, aber ein bisschen tut er mir auch leid. Umso besser für ihn und auch für mich, dass er im Verlauf der Geschichte eine grandiose charakterliche Entwicklung durchmacht, allein dadurch, dass er einen Freund findet. Einen, dem er vertrauen kann und der ihm helfen kann. Jona ist zwar ein Genie im Bezug auf Zahlen, aber von zwischenmenschlichen Beziehungen hat er keine Ahnung. Im Gegensatz zu Pascal, der einfach zauberhaft ist.

Elanus caeruleus ist eine Vogelart aus der Familie der Habichtartigen

Ich muss sagen, dass ich immer wieder begeistert bin von Ursula Poznanskis Buchtiteln. Eigentlich sagen sie mir gar nichts, aber seit Erebos weiß ich, dass ein merkwürdiger Buchtitel die grandiosesten Geschichten verbergen kann. Auch bei Elanus ist es wieder ein sehr intelligenter und zu Jona passender Zusammenhang, denn dieser hat seine Drohne Elanus genannt. Elanus ist, wie in der Überschrift bereits erwähnt, eine Habichtart. Ich möchte fast behaupten Jona ist verliebt in die Fähigkeiten seiner Drohne. Was er von den Menschen nicht freiwillig erfährt, bringt er über Elanus in Erfahrung.

Etwas Merkwürdiges geht dort vor sich..

Im ersten Drittel der Geschichte war ich noch ein wenig zurückhaltend mit meiner Begeisterung. Jona war mir, wie erwähnt nicht besonders sympathisch und sowohl die Spannung, als auch das Tempo konnten noch um einiges gesteigert werden. Nach und nach kamen immer mehr Ereignisse und Fakten dazu, die genau das bewirkten haben. Etwas Merkwürdiges ging dort vor, aber weder Jona noch ich konnten sagen was oder wie alles zusammenhängt. Die Geschichte nahm deutlich an Fahrt auf und Jona wurde mir durch seine Freundschaft und sein Vertrauen zu Pascal immer sympathischer. Außerdem denke ich, dass es ihm gut getan hat, mal an etwas zu zweifeln und doch nicht über allem zu stehen. Es gibt einige Charaktere, die mir von Anfang an komisch vorgekommen sind, aber da soll jeder seine eigenen Schlüsse ziehen. 😉

Ich liebe Geschichten, die an der Uni spielen

Das Setting war für mich perfekt. Ich finde Geschichten, die an Universitäten oder Schulen spielen fast immer toll und dabei ist es egal ob es eine Liebesgeschichte, ein Thriller oder meinetwegen Fantasy (Harry Potter :D) ist. Irgendwie hat das für mich so einen besonderen Reiz. Bei dieser Geschichte hat es mich insbesondere fasziniert, weil die Universität sich in einer Kleinstadt befindet und in einer Kleidstadt kennt bekanntlich jeder jeden. Also hilft vermutlich auch jeder jedem..

Und das alles nur weil ..

Das verrate ich euch natürlich nicht. Die letzten 50 Seiten des Buches sind wirklich vollgepackt mit Action. Es war so spannend, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte, man hätte es mir schon wegreißen müssen, damit ich etwas anderes tue. Endlich wurden alle Fakten und Ereigsnisse im richtigen Licht betrachtet und ergaben ein, zugegeben sehr komplexes, aber bodenständiges Bild. Und genau das hat die Geschichte für mich so rund gemacht. Es waren keine abgedrehten oder hochtrabenden Ereignisse, die zu all dem geführt hatten.

Spoiler

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Fazit

Leseempfehlung

Mit „Elanus“ ist Urusla Poznanski wieder ein sehr spannendes, gut durchdachtes und aktuelles Buch gelungen. Drohnen sieht man heutzutage immer mal wieder und jedes Mal frage ich mich, was für einem Zweck diese gerade wohl gerade dienen. Mit Jona hat sie einen sehr interessanten und besonderen Charakter geschaffen, der den Leser durch die Geschichte führt. Die Ereignisse an dieser Universität und der Verlauf, den sie genommen haben, wurden mit viel Liebe zum Detail ausgearbeitet und es bleibt mir nur zu sagen, dass dieses Buch es auf jeden Fall wert ist gelesen zu werden. Poznanski Fans kommen auf ihre Kosten und wer gerne einen guten Jugendthriller lesen möchte, der ist hier ebenfalls an der richtigen Adresse.

Habt ihr schon mal eine Drohne am Himmel gesehen?
Und wie habt ihr euch dabei gefühlt?

Eine weitere Meinung zum Buch findet ihr hier: Leseratz Blog