Seit Davy positiv auf das Mördergen (HTS) getestet wurde, hat sie alles verloren: ihre Familie, ihre Freunde, ihre Zukunft – und was am schlimmsten ist, sich selbst. Denn obwohl sie verzweifelt dagegen angekämpft hat, ist sie doch zu dem geworden, was sie nie sein wollte: eine Mörderin.
Eine Widerstandsgruppe und ihr Anführer Caden geben ihr ein neues Ziel. Und Caden weckt Gefühle in ihr, zu denen sie glaubte, nie mehr fähig zu sein. Aber die Schuldgefühle lassen Davy einfach nicht los … .

Der erste Teil hat mich so begeistert!

Für alle, die es nicht wissen, dieses Buch ist der zweite Teil der Infernale Dilogie. Als der erste Teil letztes Jahr erschienen ist, muss ich zugeben, dass ich zuerst skeptisch war. Ich habe einen Brief vom Loewe Verlag bekommen, der mich durch eine Aktion auf das Buch aufmerksam gemacht hat und später auch das Buch. Anfangs habe ich überlegt es einfach einer Freundin zu schenken, weil mich Dystopien damals eher enttäuscht haben, aber dann habe ich mir doch ein Herz gefasst und es gelesen. Es war großartig. Ich fand das Thema spannend und die Umsetzung gelungen, allein das Ende des ersten Teils war nicht mein Fall, weil es so ein typisches Dystopie-Ende war. Leider hat sich damit schon. Das Niveau des zweiten Teil angekündigt.

Der Mann, den ich getötet habe, lässt mir keine Ruhe. Er besucht mich nachts. Als er das erste Mal den Weg in meine Träume fand, hielt ich es für einen Einzelfall. Einen plötzlichen, lästigen Albtraum, der mit der Nacht verblassen und nie wiederkehren würde. Aber er kehrte wieder.

Es war ein einziges auf der Stelle treten..

Am Anfang dachte ich noch, dass ich mit der Geschichte wirklich warm werden könnte, weil es nicht so begonnen hat, wie ich es nach dem Ende des ersten Teils vermutet habe, aber dann würde ich leider eines Besseren belehrt. Immer wieder wiederholt Davy die gleichen Aussagen, immer wieder erzählt sie davon, was sie fühlt, aber ganz ehrlich, ich fand es nach dem fünften Mal auch nicht eindrucksvoller oder bewegender. Es hat mich nur schier wahnsinnig gemacht. Als dann im Verlauf endlich Bewegung in die Gruppe kam, war ich zuerst erleichtert, aber die Reise sollte nicht von langer Dauer sein und von da an ging es nur noch bergab.

Von der Homecoming Queen zur knallharten Braut zum pseudoharten verliebten Dummchen

Im Verlauf das Buches kommt Davy zu einem Stützpunkt der Rebellen und diese bieten ihr Schutz, auch wenn nicht alle davon begeistert sind. Natürlich gibt es dort diesen einen Typen und der geübte Leser (nein, dafür brauch man wirklich nicht viel Übung) erkennt sofort, dass Davy sich Hals über Kopf verliebt hat. Die Einzige, die das nicht sehen will, ist Davy. Die tut nämlich so, als könnte sie ihm nicht trauen und als wären Gefühle sowieso unzumutbar. Problem daran ist nicht mal nur Sean, der im ersten Teil der coole Badboy war, in den Davy sich verliebt hat, sondern auch, dass meinem Gefühl nach im kompletten zweiten Teil nur um dieses Thema geht.

.. wenn ich das hätte lesen wollen, hätte ich mir einem Young/New Adult-Roman gekauft

Ich möchte nicht böse sein oder das Genre schlecht reden, aber wenn ich es hätte lesen wollen, wie ein Mädchen sich in einen Kerl verliebt, (nur, dass es diesmal ein Nice Guy und ein Bad Girl war) und es immer zu hin und her geht und her und hin, dann hätte ich mir ein Buch aus diesem Genre gekauft. Ich hatte erwartet, dass es mit der spannenden Geschichte um Davy, Sean und die anderen weiter geht und dann das. Natürlich gibt es auch immer die ein oder andere Komplikation und Gegenwehr, aber letztendlich ist es ein einziges Geturtelt und die Geschichte an sich geht nicht voran.

Was ist das denn für ein Ende?

Ich war wirklich ein bisschen schockiert nach diesem plumpen und meiner Meinung nach recht einfallslosen Ende für eine Dystopie. Natürlich muss es nicht immer in einer riesigen Schlacht enden, meinetwegen müssen nicht einmal immer die Rebellen gewinnen, aber das war dann doch ein wenig zu einfach. Ich bin nicht glücklich über die Entwicklung der Charaktere, weil es tatsächlich ein wenig so wirkte, als wenn einfach keine Lust mehr auf die Geschichte bestand, was ich unglaublich schade finde, weil mir der erste Teil sehr gut gefallen hat.

Keine Leseempfehlung

Das Fazit fällt wohl leider mau aus. Ich frage mich wirklich, wo sind nur all die guten Dystopien hin? Wo sind die Bücher im Stil von Panem? Wo man als Leser einfach mitgerissen wird, man nicht mehr aufhören kann zu lesen, weil man nicht weiß was passieren wird. Sicherlich Liebe spielt immer irgendwo eine Rolle, was wäre das Leben schon ohne Liebe, aber eben nicht die Hauptrolle. Ich bin wirklich enttäuscht von diesem zweiten Teil und das sogar nochmal, weil es nur eine Dilogie ist. Ich kann nicht es nicht einmal darauf schieben, dass es ein Brückenteil ist. Von mir gibt es deswegen diesmal keine Leseempfehlung. Wer keinen großen Erwartungen hat und sich im New/Young Adult Genre Zuhause fühlt, der wird mit diesem Buch wohl trotzdem gut unterhalten.

Welche Dystopie hat euch zuletzt so wirklich begeistert?


Loewe Verlag | 384 Seiten | erschienen: 03/2017
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Eine weitere Meinung zum Buch findet ihr hier: Romantic Bookfan