Willkommen zurück, liebe Leser! Ich bin wieder da, auch wenn ich noch immer in der Eingewöhnungsphase bin. Ihr könnt euch nicht vorstellen, was der mediacampus frankfurt mit uns gemacht hat. Ehrlich nicht. Und ich glaube ich bin nicht in der Lage es genau zu beschreiben. Trotzdem möchte ich heute versuchen, euch einen kleinen Eindruck davon zu vermitteln. Daher wird das hier kein normaler Monatsrückblick in dem ich meine gelesenen Bücher vorstelle. Zu meiner Schande muss ich auch gestehen, dass ich in Seckbach (der Stadtteil, wo sich der mediacampus befindet) kaum bis gar nicht gelesen habe. Das sagt schon einiges, oder?

Ich lese, weil die Realität stört.

Diesen Satz habt ihr sicherlich schon mehr als einmal von mir gelesen. Ich lese, um die Realität so gut es geht auszublenden, um tatsächlich einfach zu flüchten. Dass ich am mediacampus fast gar nicht gelesen habe, liegt daran, dass ich diese Realität, diese Menschen und das Leben dort einfach nicht verpassen wollte. Ich wollte jede Sekunde mit ihnen genießen.

Als wir unsere ersten Unterrichtstage hatten, haben uns die Lehrer prophezeit, dass die Zeit am mediacampus eine sehr intensive werden wird. Es sei aber vollkommen normal, dass sich irgendwann der sogenannte Lagerkoller einstellt. Am vorletzten Tag saß ich mit meiner Mitbewohnerin auf dem Bett und wir haben festgestellt, dass dieser berüchtigte Lagerkoller anscheinend komplett an unserer Gruppe vorbei gegangen ist.

 
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Was haben wir gelacht.

Ich glaube, dass ich selten so viel gelacht habe wie dort. Wir haben immer so einen Quatsch gemacht und das mit purer Überzeugung. Ich habe unsere Gruppe als Geschenk empfunden. Vor diesen Leuten musste mir einfach nichts peinlich sein. Ich konnte sein, wie ich eben bin und ich musste mir keine Gedanken machen, dass die Menschen in meiner Umgebung schlecht von mir denken. Dazu möchte ich euch zwei kleine Beispiele nennen.

Ihr wisst, dass ich ein riesiger Greys Anatomy Fan bin. Meredith und Christina haben eine Methode, wie sie mit Stress oder Traurigkeit und überhaupt allem Schlechten umgehen: Sie tanzen es raus. Unser Zimmer war leider zu klein, um darin wirklich zu tanzen, also bin ich in den Gemeinschaftsraum (der Ravenclaws) gegangen und habe dort kurz vor unseren Prüfungen getanzt. Ich habe den ganzen Stress rausgetanzt. Und es kam wie es kommen musste: Ich wurde gesehen. Aber na und? Niemand hat etwas dazu gesagt und meine Nina hat sogar mitgetanzt ohne die Musik zu hören.

Wenn man am mediacampus frankfurt ist, bekommt man in der Regel nicht all zu viel Bewegung. Man sitzt im Unterricht und man sitzt die meiste Zeit danach auf der Terrasse – zumindest war es bei uns so. Ich habe mir also meine liebste Fnessa geschnappt und bin mit ihr ins Liberesso gegangen (Das ist ein großer Raum, der direkt an die Terrasse anschließt). Dort gibt es eine ziemlich große Couch, die man sich nach Belieben zusammenbauen kann. Wir haben angefangen darauf herum zu turnen. Rolle vorwärts, Rolle rückwärts, von einem Couchteil zum nächsten hüpfen und wieder zurück .. bis wir einfach nicht mehr konnten und am Boden lagen (am Boden! nicht auf der Couch.) Das war der Augenblick als Tom reinkam und uns gefragt hat: „Ist der Boden nicht Lava?“ Also sind wir aufgesprungen und haben uns auf die Couch gerettet. Tom hat die Couch umgebaut und wir haben Fangen gespielt. Klingt einfach, aber der Boden war Lava und nach etwa 10 Minuten haben wir keine Luft mehr bekommen.

 
Realitätsverluste mal anders Couchspiel

Natürlich wurde auch gelernt.

Da in der letzten Woche die Klausuren anstanden, mussten wir natürlich lernen. Es war nicht so ganz einfach zu lernen, wenn man so viel lieber etwas Anderes tun würde. Ich für meinen Teil konnte jedoch immer besser lernen, wenn ich mit den anderen zusammen war. Ich habe mich dort einfach wohler gefühlt als alleine auf dem Zimmer. Wie man auf den Bildern unschwer erkennen kann, haben wir an den verschiedensten Ort und in den unterschiedlichsten Positionen gelernt. Man könnte sagen, dass wir das ein oder andere mal kurz vor dem Wahnsinn standen.

 
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Man muss die Feste feiern, wie sie fallen.

Und genau das haben wir auch getan. Ich glaube fast, dass wir keine Gelegenheit ausgelassen haben um zu feiern. Meine liebste Fnessa hatte Geburtstag und dafür haben wir den Klassenraum in ein Luftballonbad verwandelt. Daran hatten mit Sicherheit nicht nur wir Schüler Freude. Wir haben das Bergfest mit dem Motto „Fantasy“ gefeiert (Ich bin auf dem Foto übrigens ein Todesengel, erkennt man sofort, oder?) und hollali hatten wir tolle Kostüme dabei! Wir waren auf dem Apfelweinfest in Frankfurt – auch wenn wir ein wenig enttäuscht waren, dass um 0 Uhr auf einmal Schicht im Schacht war und man in Frankfurt irgendwie keinen Späti findet. Dann gab es noch den „irischen Abend“, den die Irland AG zusammen mit unserem Lehrer Hr. Heimler auf die Beine gestellt hat. Ein Abend, den ich nie vergessen werde mit grandioser Musik von meinen Mitschülern und einem irischen Musiker, einer interessanten Buchvorstellung und natürlich mit jeder Menge Guinness. Zu guter Letzt haben wir unser Abschlussfest zusammen mit dem Geburtstag von Flesca gefeiert und in den Geburtstag von unserem Rocco rein. Es war eine herrliche Feier mit viel Tanzen und Beisammensein und verdammt leckerem Essen. Bevor die Party so richtig losging, wurden wir nämlich in der Mensa köstlich bekocht und von unseren Lehrern bedient. Man, das war ein wunderschöner Abend.

 
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Der Abschied fiel schwer.

Am liebsten würde ich noch so viel mehr berichten und die ganzen Erinnerungen hier bannen, aber damit würde ich wahrscheinlich noch zehn weitere Beiträge füllen können. Der Abschied ist uns, und mir besonders, wirklich schwer gefallen. Nachdem wir am Samstag unsere Zeugnisse bekommen haben, hieß es Abschied nehmen, denn die Ersten wurden bereits abgeholt. Zuerst dachte ich wirklich, dass ich das hinkriegen würde ohne zu weinen, aber als meine Nina gleich als Erste abgeholt wurde, sind alle Dämme gebrochen. 9 Wochen habe ich mit ihr auf einem Zimmer gewohnt. Ich wollte nicht, dass sie geht. Ich glaube wir haben an diesem Tag von 10 Uhr bis 17 Uhr fast durchgängig geweint. Es war schwer all die wunderbaren Menschen gehen zu lassen. So schwer.

 
Realitätsverlust mal anders Seifenblasen
 

Bleibt mir nur zu sagen, dass ich die Zeit mit Euch sehr genossen habe. Und dass ich Euch verdammt nochmal vermisse. Ich denke an Euch. Bei jeder Sternschnuppe, jedem WOW, jedem KRASS, jedem Glas Wein .. eigentlich immer.

AAAAALWAYS I WANNA BE WITH YOU.