Vor kurzem habe ich mich privat mit einer Mitarbeiterin vom Piper Verlag unterhalten und wir haben – natürlich – auch über Bücher gesprochen. Rachel Abbott: Das stumme Mädchen, das sei ein Buch, sagte sie, welches ihr richtig gut gefallen hat. Als ich später beim Freund im Thalia war, hat er mir das Buch in die Hand gedrückt. Noch im Laden habe ich den Prolog gelesen und musste es mitnehmen.

Sie war sich nicht sicher, wann genau es geschah. Es war kein bestimmter Augenblick, sondern eher eine sich langsam aufbauende Wahrnehmung. Doch während sie wie abwesend aus dem schwarzen Fenster schaute und von den glücklichen Monaten träumte, die vor ihr lagen bemerkte sie etwas aus dem Augenwinkel.

Das Schöne an diesem Buch ist, dass es zwar spannend ist und es viele Verzweigungen und Ungereimtheiten gibt, es aber herrlich unaufgeregt daher kommt. Ich kann diese Bücher nicht leiden die plötzlich in Action-Szenen der Superlative münden. Vermutlich macht bei dieser Geschichte auch gerade das den Nervenkitzel aus. Keiner weiß so richtig was der andere weiß und die Bedrohung sitzt allen im Nacken.

Clever gelöst, ist außerdem die Verbindung zwischen den einzelnen Charakteren, weil es nicht wirkt als wäre es an den Haaren herbeigezogen, was für mich wichtig ist, wenn mich ein Krimi/Thriller überzeugen soll. Übrigens steht auf dem Buch zwar Thriller drauf, aber ich persönlich würde es eher in das Genre Krimi einordnen und da ich eigentlich nicht so ein Fan von Krimis bin, spricht das eindeutig für das Buch.

Die Tage werden kürzer, graue Wolken ziehen auf, bringen Regen und Wind mit und auch wenn sich mal ein Sonnenstrahl in das herbstliche Lesezelt verirren sollte, kann man sich mit diesem Buch einfach noch ein bisschen tiefer in die Decken kuscheln und hoffen, dass am Ende alles gut wird.


Bibliografie & Inhalt

Piper | 384 Seiten | erschienen: 08/2017 | 978-3-492-31049-9 | Stranger Child
Hier kaufen als Buch oder Ebook