Liebe Leser, im letzten mediacampus-Beitrag habe ich gesagt, dass der heutige Beitrag sich mit dem Unterricht beschäftigen wird. Im Entfernten ist das sogar richtig. Ich werde euch etwas über die AGs im Allgemeinen erzählen und über die AG Texten, die ich belegt habe, im Speziellen. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht. Deswegen möchte ich das gerne mit euch teilen.

Was sind eigentlich die AGs?

Am Anfang wurde uns gesagt, dass wir im Laufe unserer Zeit hier zwei AGs belegen müssen. Es war ehrlich gesagt nicht leicht sich für eine zu entscheiden, weil viel Gutes im ersten Durchlauf dabei war.
Folgende AGs standen uns zur Verfügung:

  • Kalender (mit Verlag)
  • Historische Romane (mit Verlag)

    Wann ist ein historischer Roman überhaupt ein historischer Roman? Welche Stellung hat dieses Genre auf dem Buchmarkt? Und wie bewirbt man diese Bücher am besten? All diese Fragen haben Frau Steffen-Reimann und Frau Hennig vom Knaur Verlag in der AG versucht zu beantworten. Außerdem haben wir über verschiedenen Autoren, die Gestaltung von historischen Büchern und über die kommenden Novitäten gesprochen.

  • Gestaltung

    In der Gestaltungs AG haben wir uns mit Cover und Inhalt eines Buches befasst. Gemeinsam haben wir geschaut, ob die Gestaltung zum vermittelten Inhalt des Buches passt und haben uns dazu Verbesserungen zu einzelnen Werken überlegt.

  • Irische Literatur

    Die Irische AG wurde von Herr Heimler „geführt“ und das mein ich so wie ich es sage. Er hat uns ausführlich und äußerst interessant die Irische Geschichte dargebracht und diese mit Folk Music und Irischer Literatur untermalt. Er konnte viele irische Geschichten und Mythen auswendig vortragen, was der AG etwas Besonderes verliehen hat. Er hat also geschafft was er versucht hat: Uns allen die Irische Geschichte und Literatur näher zu bringen.

  • Bilderbuch

    In der Bilderbuch AG hat uns Herr Wolff erstmal seinen Verlag, und einige besonders schöne Bilderbücher vorgestellt. Und dann ging es auch schon zum praktischen Teil: jeder von uns hat ein paar unverlangt eingesandte Manuskripte und einen Fragenkatalog ausgeteilt bekommen und wir durften dann entscheiden, ob wir das Buch verlegen würden. Dabei haben wir nebenbei viel über die Kriterien für ein gutes Bilderbuch, den Umgang mit Lizenzen (eingekauft Rechte an ausländischen Büchern) und die Arbeit eines Verlegers im Allgemeinen gelernt.

  • Texten

Meine Mitschüler haben netter Weise einmal kurz für euch zusammengefasst worum es in den AGs ging, an denen ich nicht teilgenommen habe. Dafür ein herzliches Dankeschön an Jasmin, Emily, Ricardo und Maren. Die AG Kalender hatte leider nicht stattgefunden, weil sich zu wenige dafür angemeldet hatten.

 

Die AG Texten

Als ich die verschiedenen Auswahlmöglichkeiten gesehen hatte, war ich zwar hin- und hergerissen welche AG ich als erste Priorität angeben soll. Letztendlich habe ich als oberste Priorität die AG Texten gewählt, als Zweites die historischen Romane und als drittes die Kalender. Da das Glück mit mir war, bin ich tatsächlich in der AG Texten gelandet und hatte dort großen Spaß.

Der Ablauf

Zuerst haben wir uns einmal kurz vorgestellt und gesagt, warum wir die AG gewählt haben. Vorstellungsrunden sind einem als Schüler am mediacampus praktisch schon ins Blut übergegangen. Da wir nur 8 Teilnehmer waren, ging es schnell und war interessant. Anschließend sollten wir uns zu zweit überlegen, was einen guten Text ausmacht und was Merkmale für einen schlechten Text sind. Nachdem wir zusammengetragen haben, wie ein guter Text auszusehen hat, haben wir die Aufgabe bekommen selber einen Text zu schreiben. Der Text sollte 500 Zeichen umfassen und sich mit einem Buch unserer Wahl befasssen. Wer mich schon etwas länger liest, weiß, dass kurzfassen nicht so mein Ding ist.

 
Mein erster Versuch umfasst 505 Zeichen und sieht wie folgt aus:

Alles, bloß nicht verlieben.
Emma und Vincent befinden sich in der Stadt der Liebe. Sie haben eine Gemeinsamkeit: ein gebrochenes Herz. Zusammen schließen sie einen Pakt, sie werden Paris erkunden und alles erleben, was die Stadt zu bieten hat. Der Deal ist, sich nicht in den anderen zu verlieben. Nur, dass dies in einer Stadt wie Paris keine leichte Aufgabe ist und zwei Hälften bekanntlich ein Ganzes ergeben. Ein herzerwärmendes Anti-Aging Buch, das den Leser in die schönste Stadt der Welt entführt.

Die Texte wurden für alle Teilnehmer ausgedruckt und am nächsten Tag haben wir sie gemeinsam gelesen und besprochen. Das war zuerst ein komisches Gefühl. Ich wusste, die andere würden meinen Text gleich „zerpflücken“, aber genau dieses Gefühl hatte ich letztendlich zum Glück nicht. Es wurden Verbesserungsvorschläge unterbreitet und für schöne Formulierungen gab es Lob. Ich habe diese Runde als sehr angenehm empfunden und konnte die Kritik gut annehmen.

 
AG Texten
 

Anschließend haben wir Zeit bekommen um unsere Texte zu bearbeiten, die Vorschläge umzusetzen und eine Überschrift zu finden. Dabei musste ich feststellen, dass es einfacher klingt einen Text zu bearbeiten als es wirklich ist, denn man möchte ihm natürlich nicht seine Aussage, bzw. seinen Sinn nehmen und trotzdem „formschön“ schreiben. Das ist bei meiner Bearbeitung herausgekommen:

Alles, bloß nicht verlieben.
Emma und Vincent haben eine Gemeinsamkeit: ein gebrochenes Herz. Sie begegnen sich in der Stadt der Liebe und beschließen sie zusammen zu erkunden. Der Deal dabei ist, sich nicht in den anderen zu verlieben. Dies ist keine leichte Aufgabe in einer Stadt wie Paris, vor allem, da zwei Hälften bekanntlich ein Ganzes ergeben. Ein herzerwärmendes Buch für junge und junggebliebene Leser.

Mein Fazit

Wenn ich ganz ehrlich mit mir selbst bin, muss ich zugeben, dass es mir schwer fällt Kritik anzunehmen. Ich brauche immer einen Moment dafür, um darüber nachzudenken und es auf mich wirken zu lassen. Oftmals gebe ich der kritisierenden Person recht, kann es aber nicht zugeben. Bei dieser AG ging mir das nicht so. Im Gegenteil. Es ist mir leicht gefallen anzunehmen, was die anderen gesagt haben. Es hat mir den Rücken gestärkt, wenn jemand etwas Positives zu meinem Text gesagt hat und ich finde das, was jetzt im Endeffekt dabei herausgekommen ist, gelungener und runder als das, was ich zuerst geschrieben habe.

 

Welcher Text gefällt euch besser?
Wie geht ihr mit Kritik um?

Die nächste AG

Gestern mussten wir uns entscheiden welche AG wir im zweiten Durchgang belegen möchten. Ich habe mich diesmal für „Gründung einer Buchhandlung“ entschieden. Falls ich diese AG nicht belegen kann, weil der Kurs zu voll ist, habe ich mich für „Lesungs- und Veranstaltungsorganisation“ entschieden.
Meine Frage an: Möchtet ihr zur nächsten AG wieder einen Beitrag lesen?