Holy Shit. Vermutlich schickt es sich nicht, gleich am Anfang ein Fazit abzuliefern, aber in diesem Fall muss ich es euch sofort sagen. Das war das verstörendste Buch, dass ich seit sehr sehr sehr langer Zeit gelesen habe. Ich habe von Max Bentow einiges erwartet, da ich bereits einige seiner Bücher als Hörbücher gehört habe, aber was ich hier geboten bekommen habe, hat jegliche Erwartungen gesprengt.

Kennt ihr das, wenn ihr ein Buch lest und beim Lesen plötzlich einnickt? Vermutlich jedem von uns schon mal passiert. Ich baue dann häufig die soeben im Halbschlaf gelesenen Sachverhalte in meinen Traum ein und da „Porzellanmädchen“ so fesselnd war, ist es mir nur sehr schwer gelungen es aus der Hand zu legen, weshalb ich des öfteren mit dem Buch in der Hand eingeschlafen bin. Glaubt mir, wenn ich euch sage, dass ich nicht ein einziges Mal ruhig geschlafen habe.

Max Bentow: Das Porzellanmädchen

Es gibt so bestimmte Elemente in Geschichten, die fast jedem einen Schauer über den Rücken laufen lassen, wenn sie in Horror/Spannungsgeschichten eingebaut werden: Clowns, Puppen und kleine gruselige Kinder. Max Bentow hat sich für sein Buch die Puppen ausgesucht, was für mich so ziemlich das Schlimmste ist. Clowns finde ich zwar nicht so grandios, aber wirklich Angst machen sie mir nicht, was eventuell daran liegt, dass ich „Es“ nie gelesen oder geguckt habe.

Max Bentow hat mit „Porzellanmädchen“ eine sehr clevere Geschichte geschaffen in der es um eine Autorin geht, die in ihrer Vergangenheit etwas Schreckliches erlebt hat und das in ihrem neuen Buch versucht zu verarbeiten. Das Prinzip Buch im Buch ist nicht mehr neu, wurde hier aber inceptionmäßig gut umgesetzt, sodass man nie weiß, ob Luna Moor ein nicht ganz so zuverlässiger Erzähler ist wie es zwischendurch scheint. Bentow gelingt es das Setting und den Handlungsverlauf so eindringlich zu schildern, dass ich einerseits nicht weiterlesen wollte, weil ich das Ganze so abartig fand und andererseits unbedingt wissen wollte wie es weitergeht.

Die Porzellanpuppe der Marke Armand Marseille ist der rote Faden der Geschichte, der mich auch jetzt noch nicht losgelassen hat. Sie ist sozusagen eine der Protagonisten der Geschichte. Auch wenn ich, als geübte Thriller-Leserin und Detektivin schnell geahnt habe wer hinter dem Ganzen steckt haben ich nicht mit einer derart verstörenden Auflösung gerechnet, aber davon überzeugt ihr euch lieber selbst..

Bei welchem Buch habt ihr zuletzt gedacht: „Wie bitte kommt man auf so etwas?“


Bibliografie & Inhalt

Goldmann | 384 Seiten | erschienen: 07/2017 | 978-3-442-20511-0 | The Restless Dead
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Eine weitere Meinung zum Buch findet ihr hier: Angeltearz liest