Käferkumpel

Dr. Bartholomew Cuttle war keiner von den Männern, die auf rätselhafte Weise verschwanden. Er war einer von den Männern, die beim Abendessen dicke alte Bücher lasen und denen Spiegelei im Bart hängenblieb. Er war einer von den Männern, die immer ihre Schlüssel verloren und an Regentagen niemals einen Schirm mitnahmen.

Über das Buch
Chicken House | 336 Seiten | erschienen: 04/2016 | Originaltitel: Beetle Boy
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Eigentlich will Darkus Cuttle nur herausfinden, wieso sein Vater auf mysteriöse Weise verschwunden ist. Doch plötzlich steckt er mitten in einem wahnwitzigen Abenteuer: Er wird von seinen (überaus seltsamen) Nachbarn eingesperrt und von einer Horde Käfer befreit – angeführt von Baxter, dem riesigen Nashornkäfer. Er entdeckt, dass er seine neuen krabbelnden Freunde unbedingt vor Lucretia Cutter beschützen muss. Und dass die gemeine und exzentrische Modedesignerin vor vielen Jahren mit seinem Vater an einem geheimen Projekt gearbeitet hat. Aber wie das alles zusammenhängt, kann Darkus nur mit Baxters Hilfe enträtseln.


 

Meine Meinung

Entführt? Verschwunden? Sehr mysteriös!

Darkus, der Protagonist des Buches musste leider schon viel durchmachen in seinem Leben und jetzt auch noch das. Sein Vater ist verschwunden und es ist ein echtes Rätsel, wie das passieren konnte. Zu Beginn der Geschichte werden Darkus‘ Vater und er selbst vorgestellt und die aktuelle Situation erklärt, die nicht besonders erfreulich ist. Die Polizei hat den Fall eigentlich schon aufgegeben, denn es gibt keine Hinweise auf eine gewaltsame Entführung, aber Darkus weiß, dass sein Vater ihn nicht einfach alleine lassen würde. Gemeinsam mit seinem Onkel beginnt er also zu forschen.

Google niemals „Nashornkäfer“

Im Verlauf des Buches fliegt Darkus ein Nashornkäfer zu, der ihn fasziniert und der ihm allem Anschein nach auch nicht mehr von der Seite weichen möchte – ja man könnte fast meinen, dass er versteht, was Darkus sagt. Ich fand das süß und wollte natürlich eine Vorstellung davon haben wie Baxter – so heißt der Nashornkäfer – aussieht, ich hätte es lieber nicht getan. Heiliger Strohsack können die groß werden. Daher habe ich es mir strikt verkniffen nach anderen Käfern zu googlen, die im weiteren Verlauf des Buches so auftauchen. Ich finde es grandios, dass die Autorin sich für Käfer entschieden hat und nicht für Hundewelpen oder ähnlich niedliche Tiere, denn auch Käfer sind Tiere und sollten genau so einen Respekt entgegen gebracht bekommen, wie alle anderen auch.

Erinnert an 101 Dalmatiner

Schon im Klappentext des Buches wird sie erwähnt „Lucretia Cutter“ – die gemeine und exzentrische Modedesignerin – das erinnert schon ein wenig an Cruella de Vil, oder? Und ganz ehrlich, ich könnte mich nicht entscheiden welche von beiden die Verrücktere ist, aber wahrscheinlich ist es Lucretia Cutter. Zum Ende des Buches lief mir regelrecht ein Schauer über den Rücken, wenn von ihr die Rede war. Was für ein Biest. Zum Glück gibt es aber nicht nur die Bösen, sondern auch die Guten und die sind ebenso realistisch charakterisiert. Da wären Darkus‘ Onkel und seine Freunde von der neuen Schule Virginia und Bertold. Alle drei sind einfach zum Knuddeln, jeder auf seine eigene Art und Weise. Mir persönlich hat besonders Bertold es angetan.

Du weißt nicht was Elytren sind?

Die Geschichte ist insgesamt kindgerecht geschrieben, aber es gibt immer wieder Wörter, die selbst ich angestarrt habe und mich gefragt habe, was damit wohl gemeint ist. Oftmals ergibt es sich im dann im weiteren Textverlauf, aber falls Fragen offen bleiben gibt es am Ende des Buches ein Glossar für Entomologen (= Wissenschaftler, der Insekten erforscht). Eine sehr schöne Idee, denn dadurch gibt es sogar noch einen kleinen Lerneffekt. Allerdings sollte man vorsichtig sein – ich denke, dass Jungs dieses Buch lieben werden, nur werden sie danach auch einen Käfer haben wollen.

Verspricht eine Fortsetzung.

Wer dieses Buch gelesen hat, der möchte mehr und so wie es am Ende aussieht, wird man auch mehr bekommen, denn nicht alle Fragen wurden geklärt und Spannungen stehen noch im Raum. Außerdem freue ich mich insbesondere auf ein Wiedersehen mit Bertold. Es würde mich freuen, ein weiteres Abenteuer voller Freundschaft, Mut und natürlich Käfer zu lesen. Darkus und Baxter haben es mir echt angetan.

Fazit

klare Leseempfehlung

Ich gestehe, dass ich erst Bedenken hatte, ob mich eine Geschichte in der es um Käfer geht wirklich mitreißen kann. Barry Cunningham hat auf der Leipziger Buchmesse 2015 gesagt, dass „Beetle Boy“, wie es im englischen Original heißt, das nächste große Ding nach „Harry Potter“ wird. Sind wir mal ehrlich, nichts kann so sein wie Harry Potter, aber „Käferkumpel“ ist ein wunderbares Buch voller Freundschaft, Wertschätzung und einem grandiosen Abenteuer. Ich sehe Käfer jetzt ein wenig mit anderen Augen und manchmal wünsche ich mir, ich hätte auch einen Käfer, der mich versteht und sei es nur um nervige oder unfreundliche Menschen zu ärgern.

Lest ihr auch gerne mal ein Kinderbuch?
Welches hat euch zuletzt begeistern können?

Eine weitere Meinung zum Buch findet ihr hier: Anna Salvatores Bücherreich