Zwei in einem Traum

Er zeigt auf Jeremiah, der außer ihm der Einzige im Raum ist, wie ich jetzt erst feststelle. »Jeremiah, das ist Alice. Vielleicht ist es noch ein bisschen zu früh, um es zu verkünden, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass sie meine erste Frau werden wird.«

Über das Buch
One | 352 Seiten | erschienen: 04/2016 | Originaltitel: Dreamology
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Solange Alice denken kann, träumt sie Nacht für Nacht von Max. In echt hat sie ihn noch nie getroffen, doch in ihren Träumen sind sie unsterblich ineinander verliebt. Bis Max eines Tages vor ihr steht. Doch im echten Leben ist er abweisend und hat eine Freundin – nicht gerade die perfekten Voraussetzungen für ein Happy End. Max und Alice beschließen, ihre gemeinsamen Träume zu beenden. Doch wie geht das? Und kann man die große Liebe einfach so in den Wind schlagen?


 

Meine Meinung

Er ist ein Traumtyp!

Max ist Alice‘ absoluter Traumtyp und das vor allem, weil sie ihm ausschließlich in ihren Träumen begegnet. Schon seit sie klein war hat sie immer von Max geträumt, sie ist praktisch mit ihm aufgewachsen. Für sie ist er so real wie auch ihre beste Freundin oder ihr Vater. Natürlich weiß sie, dass er nicht wirklich existiert, aber aus ihren Träumen ist er für sie nicht wegzudenken. Zu Beginn der Geschichte zieht Alice mit ihrem Vater in eine andere Stadt und muss dort auf eine neue Schule, sie ziehen in das Haus ihrer Großmutter, wo Alice viel Zeit verbracht hat als sie klein war. Alles ist ungewohnt und neu. Der Wechsel an die neue Schule und dass auf einmal Max in der Tür des Klassenzimmers steht, macht die Situation nicht leichter. Moment mal – Max?

Ist er es wirklich?

Alice kann natürlich ihren Augen nicht trauen als sie Max dort stehen sieht und versucht herauszufinden, ob er ihr Max ist, der Max aus ihren Träumen und ob er sie auch erkennt. Dabei stolpert sie von einer peinlichen Situation in die nächste, man möchte gar nicht hinschauen. Man kann ihre Gefühle absolut nachvollziehen, man will als Leser schließlich auch wissen, ob Max sie ebenfalls wiedererkennt. Aber mindestens genauso wichtig ist die Frage, warum Alice von diesem Jungen träumt, den sie doch noch nie zuvor gesehen hat, oder?

Das Reich der Träume

Immer wieder dürfen wir Alice nicht nur durch ihren normalen Alltag begleiten, sondern auch ein Teil ihrer Träume sein. Es hat mir sehr gut gefallen, wie „traumrealistisch“ die Träume beschrieben wurden. Max ist fast immer ein Teil ihrer Träume. Mal springen sie von einem Handlungsort zu einem anderen, in ein anderen Situation sind die plötzlich anders gekleidet oder fahren mit einem Gummiboot über den Schnee, Wände ändern ihre Farben und Personen aus dem reale Leben sind plötzlich Wachtmänner in einem Museum.

Oliver ist einfach großartig!

Alice und Max sind beide von der Charakterisierung her leider recht blass geblieben und das, obwohl Alice die Ich-Erzählerin der Geschichte ist. Im kompletten Gegensatz dazu steht Oliver. Oliver ist ein Junge, den Alice eher unfreiwillig an ihrer neuen Schule kennenlernt und der ihr recht penetrant nicht mehr von der Seite weicht. Das ist auch gut so, denn er rettet ihr mehr als einen Tag und hilft ihr aus so manch einer peinlichen Situation. Oliver ist charismatisch, humorvoll und fürsorglich. Er ist so toll, dass ich mir mehr als einmal gewünscht habe, Alice würde Max Max sein lassen und mit Oliver durchbrennen. Oliver bringt Schwung und Freundschaft in die Geschichte.

Erst zu langsam, dann zu sprunghaft

Am Anfang war noch alles neu und aufregend, Alice lernt neue Leute, wie Oliver und Celeste, Max‘ Freundin, kennen, nimmt bei AGs teil und versucht ganz nebenbei herauszubekommen, ob Max sie erkennt. Dann gibt es eine sehr lange Durststrecke, ab dem Moment, wo Alice eindeutig weiß ob Max sie kennt oder nicht. Ich habe mich beim Lesen hingehalten gefühlt, die Geschichte drehte sich um Belanglosigkeiten, dabei wollte man als Leser nur eines: eine Erklärung. Die bekommt man dann auch, so ziemlich zum Ende des Buch und zwar Zack-Zack! Ich fand die Idee der Geschichte eigentlich ziemlich spannend und selbst die Durststrecke, in der sich nicht viel ergeben hat, war gut zu lesen, aber mit dieser Lösung der Geschichte war ich nicht wirklich zufrieden. Wenigstens das Ende der Geschichte war dann wieder ganz süß und hat sich gut in den Rest der Story eingefügt.

Spoiler

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Fazit

bedingte Leseempfehlung

Die Idee zur Geschichte war wirklich toll und eigentlich hat es mir auch im Groben gefallen, was die Autorin daraus gemacht hat. Andererseits waren Alice und Max sehr blass geblieben, der Verlauf der Geschichte war teilweise langwierig und merkwürdig und zum Ende hin dann sehr sprunghaft. Ich fand es gut, dass ich nicht erahnen konnte, wie die Geschichte enden würde, aber zufrieden war ich mit der Erklärung und Lösung nicht wirklich. Ich bin sehr unentschlossen und spreche eine bedingte Leseempfehlung aus. Man sollte auf jeden Fall zu starre Vorstellung vom Verlauf der Geschichte haben.

Hasst ihr dieses Gefühl auch so sehr, aus einem richig tollen Traum aufzuwachen und dann zu merken, dass alles nicht echt war?

Eine weitere Meinung zum Buch findet ihr hier: Nickis Bücherwelt