Hallo liebe Leser. Ich glaube ich bin die Letzte in unserem gesamten Universum, die die Edelstein Trilogie gelesen hat. Ich weiß noch, dass ich meine beste Freundin damals dafür ausgelacht habe, dass sie ein Buch aus dem Regal „ab 12“ liest und es auch noch klasse findet. Damals dachte ich, dass ich unheimlich erwachsen wäre, weil ich keine Jugendbücher lese, sondern von Kinderbüchern gleich auf Thriller umgesprungen bin. Nun, ihr seht, was daraus wird: eine 25 jährige, die mit Vorliebe Jugendbücher liest. Manche Phasen muss man einfach nachholen. Aber nicht nur meine Vorliebe für Jugendbücher, sondern auch für Schuber führte dazu, dass ich diese Reihe endlich lesen musste, denn wir hatten bei uns im Laden noch einen der wunderschönen Schuber mit dem schwarzen Kasten. Ich wollte unbedingt so einen haben, bevor es überall nur noch die rosa farbenen gibt. Also haben Nelly und ich beschlossen, dass diese Reihe jetzt fällig ist. Heute möchte ich euch meine Erfahrungen mit dieser Reihe mitteilen.

 
Edelstein Trilogie

Manchmal ist es ein echtes Kreuz, in einer Familie zu leben, die jede Menge Geheimnisse hat. Der Überzeugung ist zumindest die 16-jährige Gwendolyn. Bis sie sich eines Tages aus heiterem Himmel im London um die letzte Jahrhundertwende wiederfindet. Ihr wird schnell klar, dass sie selbst das größte Geheimnis ihrer Familie ist, und dass man niemandem raten sollte, sich zwischen den Zeiten zu verlieben!

 

Rubinrot
Arena | 345 Seiten | erschienen: 01/2009 | Originaltitel: Rubinrot
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»Du hast schon wieder mit der Nische gesprochen, Gwendolyn. Ich hab’s genau gesehen.« »Ja, das ist meine Lieblingsnische, Gordon. Sie ist beleidigt, wenn ich nicht mit ihr spreche.« »Du weißt schon, dass du wunderlich bist, oder?« »Ja, lieber Gordon, das weiß ich. Aber wenigstens bin ich nicht im Stimmbruch.«

 
Rubinrot
 

Gwendolyn ist ein ganz normales Mädchen in einer ziemlich abgedrehten Familie, zumindest denkt sie das am Anfang des Buches noch. Wir Leser sind schon ein wenig schlauer, denn wir wissen, dass auch sie alles andere als normal ist. Ich hab es sehr genossen zu sehen wie ihre blöde Cousine auf die Nase fällt mit ihrem abgedrehten Verhalten und Gwendolyn eigentlich gar nicht weiß was los ist. Dieser erste Teil hat mir den Einstieg in die Zeitreisegeschichte sehr leicht gemacht. Ich konnte mich durch den leichten Schreibstil und die authentischen Charaktere gut in das Geschehen hineinversetzen. Die Charaktere waren genial. Ich hatte von jedem Einzelnen ein sehr klares Bild vor Augen und ich liebe Gwens schrullige Familie. Es war unheimlich viele Charaktere und ich kann schon mal verraten, dass es bei den nächsten Teilen nicht weniger werden, aber zum Glück gibt es ein Personenverzeichnis, wo man nochmal nachlesen kann wer mit wem wie gestellt ist. Die Schriften vor jedem Kapitel fand ich spannend, denn natürlich habe ich immer versucht mir einen Reim auf das Ganze zu machen – vergeblich, wohl gemerkt. Es hat mich überrascht, dass das Buch mich so fesseln konnte, aber ich wollte einfach wissen wie es weitergeht. Der Verlauf der Geschichte ist so voller Inhalt, dass man nicht pausieren kann, man muss es durchziehen. Und dann dieses Ende – also ich sage mal, ich bin froh, dass Saphirblau schon bereit lag.

 

Saphierblau
Arena | 395 Seiten | erschienen: 01/2010 | Originaltitel: Saphirblau  
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»Der Zufall ist der einzig legitime Herrscher des Universums, hat schon Einstein gesagt. Und der muss es ja wissen.« Tante Maddy beugte sich interessiert vor. »Das hat nicht Einstein gesagt, sondern Napoleon«, rief Xemerius von der Decke. »Und der hatte nicht alle gestreiften Murmeln im Sack!«

 
Saphirblau
 

Meiner Meinung nach hat Kerstin Gier den perfekten Einstieg für den zweiten Band gewählt, denn es geht nahtlos dort weiter, wo der erste aufgehört hat. Ich hasse es, wenn der zweite Teil an einem anderen Punkt ansetzt, weil ich mich dann immer frage, was wohl in der Zwischenzeit passiert ist. Was wurde getan von dem Moment bzw. der Szene bei der ich geendet habe, bis zu der Szene an der ich wieder anfange. Sie haben ohne mich weitergemacht. Schlimm. Es fiel mir auch in diesem Teil schwer bestimmte Charaktere einzuschätzen, auch wenn ihre Charakterisierung immer weiter ausgebaut wurde. Gideon war manchmal zum Schütteln, ich wollte ihn boxen für sein Verhalten. Eins wusste ich aber genau, nämlich, dass ich Charlotte und ihre Mutter immernoch nicht mag. Mich hat besonders fasziniert, dass „Saphirblau“ kein Brückenteil war. Ich habe erwartet, dass in diesem Buch inhaltlich nicht viel passieren würde, aber diese Annahme war weit gefehlt. Die Geschichte behält ein gutes Tempo bei und ich habe mich so sehr in das Setting fallen gelassen, dass ich das Gefühl hatte ich wäre mittendrin. Ein sehr gelungener zweiter Teil, der abermals mit einem fiesen Cliffhanger endet.

 

Smaragdgrün
Arena | 487 Seiten | erschienen: 12/2010 | Originaltitel: Smaragdgrün
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»Warum haben Sie mich erwartet?«, fragte ich. »Weil du mir gesagt hast, ich solle mich bloß nicht erschrecken, wenn du mich besuchst. Leider hast du nicht gesagt, wann das sein würde, weswegen ich nun schon Jahre darauf warte, dass du mich doch erschreckst.« Sie lachte leise. »Aber das Häkeln von Schweinen übt eine ungemein beruhigende Wirkung aus. Um ehrlich zu sein, man schläft sehr leicht ein vor lauter Langeweile.«

 
Smaragdgrün
 

Ebenso wie schon bei Saphirblau geht es in Smaragdgrün nahtlos weiter, das ist einfach perfekt, wenn man alle Teile direkt hintereinander liest. Dieser letzte Band ist genial. Der Verlauf ist voll mit großen Grefühlen, einer gehörigen Portion Spannung, da der Ausgang für mich bis zum Schluss nicht vorhersehbar war, und viel viel Inhalt. Es passiert so viel und man muss so viele Zusammenhänge erkennen, dass die kleinen Logikfehler, die sich in die Geschichte eingeschlichen haben, fast gar nicht auffallen. Das Ende dieser Reihe war, meiner Meinung nach, sehr gut gelöst, aber ganz ehrlich, ich darf nicht näher darüber nachdenken, sonst bekommen ich einen Knoten in meinem Kopf.

Fazit
Leseempfehlung

Ich war unheimlich überrascht. Wenn mich jemand gefragt hätte, ob ich gerne Zeitreisegeschichten lese, hätte ich vehement mit dem Kopf geschüttelt und mich dagegen gewehrt. Nein, Zeitreise ist nichts für mich. Ich glaube, ich muss meine Aussage noch einmal überdenken, denn so pauschal lässt sich das nicht mehr sagen. Diese Trilogie hat mir gefallen, ich habe mich gerne in vergangene Zeiten zurückversetzen lassen und habe Gwendolyn und Gideon auf ihren Abenteuern begleitet. Eine ziemlich spannende Erfahrung für mich, mich von einem bisher ablehnten Genre verzaubern zu lassen, denn das hat es mich. Verzaubert. Es lohnt sich diese Reihe zu lesen, auch wenn mir beim Lesen der ein oder andere kleine Logikfehler aufgefallen ist. Ich spreche also eine Leseempfehlung für diese Reihe aus. Traut euch mal.

Habt ihr diese Trilogie schon gelesen? – Bin ich tatsächlich die Letzte?
Falls ihr sie noch nicht gelesen habt: Warum nicht?