Die Bücherfreundinnen

«Aber jetzt muss ich wirklich los, Miriam, oder ich sehe kein bisschen wunderbar aus. Im Moment sehe ich aus wie ein Schreckgespenst.» Ich stand auf und betrachtete mich im hohen Spiegel, der in meinem Schlafzimmer hing. Die Ringe unter meinen Augen waren wirklich beträchtlich. «Ein Schreckgespenst mit einer schweren Erkältung. Es gibt gar nicht genug Abdeckcreme in diesem Land für diese Tränensäcke. Im Grunde sind es eher Reisetaschen.»

Über das Buch
rororo | 384 Seiten | erschienen: 05/2016 | Originaltitel: It Was You
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Alice, Miriam, Sophie, Connie und Abigail sind die besten Freundinnen. Sie lachen zusammen und sie lesen zusammen. Einmal im Monat trifft sich ihr Buchclub. Doch eine fehlt – Lydia. Vor drei Jahren starb sie an Krebs. Ihr letzter Wunsch an die Freundinnen: Ihr Mann sollte in den Club aufgenommen werden, seitdem ist Jon bei jedem Treffen dabei. Die Freundschaft hat allen fünf geholfen, mit dem Verlust fertigzuwerden. Nur Alice ist nicht glücklich. Eine Dating-Katastrophe jagt die nächste. Kein Mann scheint richtig zu sein für die Innenarchitektin. Ihre Freundinnen sind fest entschlossen, Alice zu ihrem Glück zu zwingen, denn sie ahnen, dass es näher liegt, als Alice sich eingestehen will.


 

Meine Meinung
Einstieg

Lydia und Alice begegnen sich das erste mal im Wohnheim für Studenten und es war, als wäre es nie anders gewesen. Ich war direkt drin in der Geschichte. Das ist eine Situation, die vermutlich jeder kennt, irgendwann im Leben war doch jeder schon mal irgendwo neu. Ein sehr gelunger Einstieg für eine Geschichte, die sich so viel mit Freundschaft beschäftigt.

Schreibstil

Es gibt so Bücher, bei denen fliegt man tatsächlich einfach nur so durch die Seiten und „die Bücherfreundinnen“ ist eines davon. Jo Platt vermittelt dem Leser das Gefühl mittendrin zu sein, ein Teil des Leseclubs zu sein und Alice‘ beste Freundin, da sie die Ich-Erzählerin der Geschichte ist. So gerne ich den Ich-Erzähler auch habe, hätte ich bei dieser Geschichte einen auktorialen Erzähler oder einen Sichtwechsel bevorzugt, um auch in die Köpfe der anderen hineinschauen zu können.

Charaktere

In dieser Geschichte kommen viele unterschiedliche Charaktere zusammen, wie immer im Leben, wenn ein Freundeskreis sich immer wieder erweitert. Ich habe die Vielfalt und Eigenarten der Charaktere sehr genossen. Connie zum Beispiel, die sehr ruhig ist und sich gewählt ausdrückt und dagegen Sophie, die kein Blatt vor den Mund nimmt. Alle Charaktere sind liebevoll beschrieben. Ich konnte mir beim Lesen ein gutes Bild verschaffen. Ich fand es schön mit Miriam und Alice einen Kaffee trinken zu gehen, aber es war auch aufregend mit Daniel, Sophie und Alice bei der Party einer Kundin dabei zu sein. Alice‘ Leben ist facettenreich und macht Spaß.

Verlauf

Es ist unterhaltsam. Von der ersten bis zur letzten Seite wird man beim Lesen wirklich gut unterhalten. Sicher, es gibt einige Aspekte, die vorhersehbar sind, die der viel belesene Liebesromankenner durchaus schon nachdem Lesen des Klappentextes weiß, aber es geht in der Geschichte noch um so viel mehr. Die Dynamik, die zwischen den Freundinnen herrscht, was Alice‘ in ihrem Leben, bei den Verkupplungsversuchen ihrer Freundinnen und auf der Arbeit. Ich fand es sehr angenehm, dass Lydia eine Rolle gespielt hat, sich aber nicht daran aufgehängt wurde, dass sie verstorben ist, da wurde hier ein sehr gutes Mittelmaß gefunden. Einzig die Buchclub Gespräche sind mir ein bisschen zu kurz gekommen.

Ende

Das Ende fügt sich wunderbar in das Gesamtbild des Buches ein. Es ist romantisch, aber nicht kitschig und hat mich das Buch zufrieden zuschlagen lassen, obwohl ich gerne noch mehr davon gelesen hätte.

Fazit

sommerliche Leseempfehlung

„Die Bücherfreundinnen“ ist ein wunderbares Sommerbuch. Genau das braucht man, wenn man im Urlaub ist und entspannt ein Buch lesen möchte. Die Geschichte steckt voller Leben, Humor und natürlich auch Liebe. Ich konnte mich schnell und leicht in Alice‘ Leben reindenken und habe es sehr genossen sie zu begleiten. Wenn man das Buch beendet hat, will man am liebsten seine Freundinnen anrufen und einen Buchclub gründen.

Habt ihr schon mal bei einem Lesekreis/Buchclub mitgemacht
oder würdest ihr es gerne mal machen?

Eine weitere Meinung zum Buch findet ihr hier: Tintenhain