Locked In

Amy war jetzt absolut reglos, ihre Augen und ihr Mund verrieten nichts. Trotzdem stand Alex noch immer erstarrt und mit offenem Mund neben dem klobigen Pflegebett. Das einzige Geräusch außer ihrem in den Schläfen pochenden Puls war das Radios im Schwesternzimmer, das wegen des schlechten Empfangs knisterte.

Über das Buch
Heyne | 432 Seiten | erschienen: 03/2016 | Originaltitel: Try Not to Breathe  
Hier kaufen als Buch, Ebook oder Hörbuch

Du denkst, sie hört dich nicht. Aber du täuschst dich.
Alex Dale ist eine brillante Journalistin. Doch sie hat ein Alkoholproblem. Mehr als ein paar Stunden am Tag hält sie ohne Drink nicht aus, beruflich hangelt sie sich von einem Freelance-Job zum nächsten. Bei der Recherche für einen Artikel stößt sie auf den Fall von Amy Stevenson, die seit vielen Jahren im Koma liegt. Und plötzlich erwacht Alex’ untrüglicher journalistischer Spürsinn wieder. Sie ahnt, dass Amy ein Geheimnis hat. Aber wer soll einer Alkoholikerin schon glauben?


 

Meine Meinung
Einstieg

Zuerst begegnet der Leser Amy im Jahr 1995 man lernt sie und ihre Persönlichkeit ein wenig kennen. Ich mochte diesen Einstieg, weil man so einen anderen Blickwinkel auf die Geschehnisse hat. Es fiel mir sehr leicht mich in die Geschichte hineinzufinden.

Schreibstil

Die Autorin hat in diesem Buch zwei verschiedene Erzähler gewählt. Amy hat sie eine Stimme verliehen und ihr den Ich-Erzähler gegeben, was meiner Meinung nach auch die einzig gute Lösung ist und der Rest der Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Ich muss sagen, dass ich das gar nicht so sehr mitbekommen habe. Ich bin eigentlich ja nicht so der Fan davon, aber das Buch war so mitreißend und bildhaft geschrieben, dass es mir erst jetzt beim Schreiben der Rezension aufgefallen ist.

Charaktere

Vom Prinzip her fand ich alle Charaktere sehr gut beschrieben. Ich mochte Alex und ihre Art, auch wenn ich nicht ganz verstanden habe, warum sie unbedingt Alkoholikerin sein musste, denn es hat mit der Geschichte an sich auch so gar nichts zu tun gehabt. Keiner wusste es, außer ihrem Ex-Mann. Auch Jacob mochte ich sehr gerne und konnte auch verstehen, warum er einen eigenen Part in der Geschichte bekommen hat, er ist mir sehr ans Herz gewachsen während des Ganzen. Ich habe jedoch nicht verstanden, warum Sue einen eigenen Part haben musste, das war meiner Meinung nach unnötig.

Verlauf

Der Verlauf der Geschichte war spannend gestaltet. Ich fand es herausragend, dass die Ermittlungsarbeit für mich absolut logisch nachvollziehbar war und ich nie einen Moment hatte in dem ich dachte: „Ja, alles klar. Wem wollen sie das denn erzählen?“ Ich hatte zwar ab ungefährt 3/4 des Buches eine Ahnung wer der Täter war, aber ich konnte mir erst sicher sein, als es dann bestätigt wurde. Auch wenn es mal Abschnitte gab, wie ich sie bei den Charakteren schon erwähnt habe, die ich als überflüssig empfunden habe, kam trotzdem nie Langeweile auf.

Ende

Der Fall wurde logisch nachvollziehbar aufgeklärt und das Ende war ziemlich spektakulär. Gerne würde ich so etwas wirklich mal live erleben. Die Forschung macht heutzutage so vieles möglich, also warum nicht? Da hatte ich wirklich ein bisschen Gänsehaut. Auch der private Abschluss von Alex hat mir gut gefallen. Ich hätte sie gerne noch länger begleitet, aber ich konnte das Buch an dieser Stelle auch gut abschließen.

Fazit
Leseempfehlung

Meine Erwartungen an die Geschichte wurden gut erfüllt. Sie hat mich jedoch nicht vollkommen überraschen können. Es gab sehr gut ausgearbeitete Charaktere, einen Plott den man logisch nachvollziehen konnte und faszinierende Geschehnisse im Bezug auf das Wachkoma. Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen und kann es ohne Einschränkungen weiterempfehlen.

Seid ihr schon mal mit dem Thema Wachkoma bzw. Lockedin-Syndrom in Berührung gekommen?

Eine weitere Meinung zum Buch findet ihr hier: Kates Leselounge