Und ein ganzes Jahr

Z»Angeknackst, aber nicht gebrochen«, hatte mir der Arzt erklärt. Ich dachte, er hätte von meiner Seele gesprochen, aber er meinte meine Rippen.

Über das Buch
Fischer FJB | 368 Seiten | erschienen: 03/2016 | Originaltitel: Just one year  
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Wenn du einem Menschen begegnet bist, der dein Herz geöffnet hat, wirst du alles dafür tun, ihn wiederzufinden. Aber was, wenn du nicht einmal weißt, wie sie wirklich heißt …
Als Willem die Augen öffnet, weiß er nicht, wo er gerade ist – Prag, Dubrovnik oder zurück in Amsterdam. Alles, was er weiß, ist, dass er wieder alleine ist und dass er ein Mädchen finden muss, das sich Lulu nennt. Der Tag, den er mit ihr in Paris verbracht hat, hat sein Leben verändert. Er ist sich sicher, dass sie zusammengehören. Willem bereist die ganze Welt, von Mexico bis nach Indien, in der Hoffnung, sie wieder zu treffen. Aber als die Monate vergehen, beginnt er doch an der Macht des Schicksals zu zweifeln …


 

Meine Meinung
Einstieg

Zuerst war ich von den ersten Sätzen ein bisschen verwirrt, aber dann habe ich mich sehr schnell reingefunden. Es war sogar ziemlich authentisch, dass ich verwirrt war, denn Willem war es schließlich auch. Es hat mir gefallen, dass das Buch genau nach der gemeinsamen Nacht ansetzt, also dort, wo Allyson und Willems Wege sich trennten.

Schreibstil

Schon der erste Teil „Nur ein Tage“ hat mir vom Schreibstil her sehr gut gefallen, daher ist es keine Überraschung, dass auch „Und ein ganzes Jahr“ mich dahingehend überzeugen konnte. Was mir hier positiv aufgefallen ist, ist dass Willem so vollkommen anders ist in seinem Reden, Denken und Tun. Man liest seinen Teil der Geschichte ganz anders als den von Allyson und merkt deutlich den Unterschied zwischen Mann und Frau, aber auch zwischen den Gemütern.

Charaktere

Willem, der diesmal der Ich-Erzähler und Protagonist des Buches ist, ist so ganz anders, als ich ihn mir aus Allysons Sicht vorgestellt habe und es war schön ihn und seine Eigenarten kennenzulernen. Die Nebenfiguren, wie sein bester Freund und seine Ma sind ausreichend gut charakterisiert, sodass man eine Vorstellung davon hat, wie sie reagieren und was sie ausmacht. Ich muss sagen, ich finde Willem bewunderswert und ich habe ihn nicht nur einmal beneidet.

Verlauf

Es tat gut, dass Willem nicht einfach tatenlos herumsaß oder sein Leben einfach weitergelebt hat, sondern dass auch er Allyson nicht vergessen hat. Ich fand es grandios ihn durch sein Leben zu begleiten, Allyson mit ihm zu suchen, auch wenn man natürlich weiß, dass er sie nicht finden wird. Alles an diesem Buch hat sich so richtig angefühlt. Es gab keine Durststrecken und trotzdessen es keine großen Überraschungen oder Schockmomente gab konnte es mich einfach mit dem Verlauf in seinen Bann ziehen.

Ende

Eigentlich weiß man schon, wie dieses Buch enden wird und ich fand das sehr gut gemacht, wenn auch ein ganz klitzekleines bisschen unbefriedigend. Es ist ein bisschen so gewesen, als würde man gerade ins Ziel laufen und dann endet das Buch, ohne dass man den Applaus des Publikums oder die Siegerehrung mitbekommt.

E-Short

Aber da wurde mitgedacht und noch ein Eshort herausgebracht „Und noch eine Nacht“, dass im auktorialen Erzählstil geschrieben ist und somit sowohl Allysons als auch Willems Gedanken aufgreift. Dieses Eshort ist das erste, das ich bisher gelesen habe und ich finde, dass es wichtig ist für die Geschichte. Wer also einen Ereader/Handy/Tablet hat sollte sich diese 31 Seiten defintiv nicht entgehen lassen. Unter Nocheinenacht.de könnt ihr es euch kostenlos herunterladen. 🙂

Fazit
Leseempfehlung!

„Und ein ganzes Jahr“ hat mir fast noch ein bisschen besser gefallen als „Nur ein Tag“. Das mag an Willem liegen und daran, dass ich die männlichen Charaktere in solchen Reihen oft lieber habe als die weiblichen oder auch an seiner Art zu leben, seinen Lebensumständen. Das Buch konnte mich zwar nicht überraschen, aber es hat genau dem entsprochen, was ich mir davon erwartet habe: ein Buch voller liebenswerter Charaktere und ein Jahr mit Willem, dass ich nicht mehr missen möchte.

Was haltet ihr von E-Shorts? Sinnvoll oder sinnlos?

Eine weitere Meinung zum Buch findet ihr hier: Buchsichten