Ich war mir erst nicht nicht, ob ich tatsächlich einen Bericht über die Frankfurter Buchmesse 2017 schreiben soll, aber dann habe festgestellt, dass ich so viele schöne Dinge erlebt habe, dass ich gerne darüber schreiben möchte.
Für mich war es das erste Mal, dass ich mit dem Freund auf die Messe gefahren bin und ich muss gestehen, ich hatte vorher ein paar Bedenken, dass es ihn langweilen könnte, obwohl er ein Buchmensch ist. Schnell habe ich gemerkt, dass diese Bedenken vollkommen unbegründet waren. Ich habe die Messe mit ihm sehr genossen, weil er mir so eine innere Entspannung gegeben hat und das ist auf der Messe durchaus von Vorteil. Wir hatten uns dafür entschieden nur die Fachbesucher-Tage mitzunehmen und dann am Freitag wieder nach Hause zu fahren und es war eine gute Entscheidung, auch wenn ich momentan ein bisschen Sehnsucht nach der Messe habe, weiß ich dass man sonntags einfach nicht auf der Messe sein will.

Frankfurter Buchmesse 2017

Am Mittwoch hatten wir keine Termine, sodass wir gemütlich durch die Hallen schauen konnten. Tatsächlich haben wir am Mittwoch nur die Halle 3.0 und 3.1 geschafft. Die Halle 3 ist für mich die Lieblingshalle. Ich weiß, dass man gerade auf einer Messe mal über den Tellerrand gucken sollte und das habe ich dann auch noch gemacht, aber in Halle 3 fühlt es sich an wie nach Hause kommen. Allein schon die Verlagsmitarbeiter zu sehen, mit denen man schon seit Jahren mittlerweile zu tun hat und Ihnen einfach nur einmal „Hallo“ zu sagen, auch wenn man keinen Termin verabredet hat, ist ein unglaublich schönes Gefühl. Das ging mir zum Beispiel so am Stand von Droemer Knaur mit Patricia Kessler oder bei Carlsen mit Ute Nöth. Am Abend ging es für uns dann noch zum Rowohlt Messefest, was meiner Meinung nach jedes Jahr wieder ein Highlight der Frankfurter Buchmesse ist. Bevor der allgemeine Einlass losging, was es noch richtig gemütlich und entspannt, aber nach und nach füllte sich die Frankfurter Schirn mit insgesamt ca. 1000 Menschen. Es war der Wahnsinn. Wir haben uns den Abend über sehr gut mit meinen liebsten Freundinnen und Bloggerkolleginnen Mareike und Maike von Herzpotenzial unterhalten. Es war einfach schön zu merken, dass die Distanz absolut nichts an unsere Freundschaft ändert.

Frankfurter Buchmesse 2017

Donnerstag bin ich praktisch schon mit Herzrasen aufgestanden, denn einer von drei Terminen war für mich ein Bloggertreffen beim Atlantik Verlag mit Antoine Laurain. Könnt ihr meine Aufregung verstehen? Ich war ehrlich viel zu aufgeregt um viel aus meinem kleinen Mund rauszubringen, auch wenn ich ihn eigentlich gerne so vieles gefragt hätte. Ich kenne mich selbst so gar nicht, immerhin hat er englisch mit mir geredet und Interviews auf englisch sind für mich nichts Neues mehr seit Jussi Adler Olsen und Cody McFadyen. (Das Interview mit Cody McFadyen wird übrigens sehr wahrscheinlich nie online kommen, weil ich es mit meinem alten Handy aufgenommen habe und das leider mehr als Schrott ist. Ja – ich habe drum geweint.)

Frankfurter Buchmesse 2017

Den zweiten Termin hatte ich beim Gabal Verlag, den ich in meiner Zeit am mediacampus frankfurt kennengelernt habe. Das erste Mal hatten wir dort eine Begegnung während einer Abendveranstaltung und erneut als wir zu einer AG direkt zum Verlag gefahren sind. Beides hat eines sehr positiven Eindruck bei mir hinterlassen, vor allem dieser AG Tag, weil wir uns ausführlich mit der Madame Missou auseinandergesetzt haben. Diese kleine feine Dame sucht zur Zeit den Einzug in den Buchhandel und die Bloggerwelt. Wir haben uns darüber unterhalten, was man machen könnte in Zusammenarbeit mit Bloggern und wie ein guter Umgang mit Bloggern aussieht. Mir hat dieser Termin sehr viel Spaß gemacht und ich weiß, dass ich den Gabal Verlag auch weiterhin immer gerne unterstützen werde, denn nicht nur die Madame Missou ist einen Blick wert, sondern viele Bücher aus ihrem Programm.

Den dritten und letzten Termin hatte ich bei dtv. Hier ging es um ein Bloggertreffen mit Jean-Paul Didierlaurent, dem Autor von „Die Sehnsucht des Vorlesers“ & „Der unerhörte Wunsch des Monsieur Dinsky“. Einerseits war es ein sehr entspanntes Treffen, weil der Autor und die Übersetzerin des Buches sehr viel Gelassenheit ausgestrahlt haben, andererseits war der Ort für dieses Treffen eher unklug gewählt, denn der Raum war sehr klein für die Anzahl der Personen und dann nach kurzer Zeit auch stickig. Ich habe mich dort nicht wohl gefühlt und konnte deswegen manchmal nicht so ganz folgen, aber ich kann euch sagen, Jean-Paul Didierlaurent ist ein sehr bodenständiger Mann, der mir sehr sympathisch ist, weil er sich selbst nicht so unfassbar wichtig nimmt.

Frankfurter Buchmesse 2017

Anschließend waren der Freund und ich noch in Halle 4.1 und 4.0 und in der Halle 4.0 habe ich mich ein bisschen verliebt, nämlich in die Holzmagnetpostkarten von Woodcardz! Wir sind durch die Halle geschlendert und plötzlich fielen mir diese Karten auf. Nachdem wir uns bestimmt 20 Minuten mit dem Mann am Stand unterhalten haben, haben wir natürlich auch welche mirgenommen, die jetzt bereits am Kühlschrank hängen. Ich finde die wirklich so cool, dass ich hoffe, dass ich bald wieder ein gedrucktes Buch lese, damit ich mein Holzlesezeichen nutzen kann! Übrigens kann man sich die Postkarten und Lesezeichen auch mit einem eigenen Motiv bedrucken lassen. Guckt euch das mal an! Ich jedenfalls bin fasziniert und infiziert.

Frankfurter Buchmesse 2017

Der Freitag war von Treffen mit guten Freunden und alten Bekannten geprägt und hat mir auch wirklich sehr gefallen. Ich hatte nur einen einzigen Termin und den habe ich für meine liebe Tati von Buecherquatsch wahrgenommen. Und zwar hatte sie mich gefragt, ob ich ihr, wenn ich dort sowieso hingehe ein Buch von der Frau Hoelle mitbringen kann. Was sie nicht wusste, ist, dass ich momentan bis Dezember ein Buchkaufverbot habe, sodass ich mir das Buch von Frau Hoelle nicht kaufen konnte, aber wenn man nicht schon auf die Messe kann, weil der doofe Körper sich quer stellt, dann sollte man wenigstens ein Stück Messe nach Hause bekommen können. Dafür habe ich mich gerne angestellt und gewartet bis ich dran bin. Außerdem habe ich mich sehr gefreut mal ein paar Worte mit Tanja/Frau Hoelle reden zu können.

Frankfurter Buchmesse 2017

Abends ging es dann noch zur Preisverleihung des deutschen Jugendliteraturpreis 2017. In den letzten beiden Jahren war das für mich immer eines der Highlights der Messe gewesen, dieses Jahr war ich fast ein bisschen enttäuscht. Nicht nur, weil Anne Freytag trotz heftigem Daumen drücken keinen Preis bekommen hat, sondern weil es mir alles ein wenig liebloser erschien als in den letzten beiden Jahren. Gut, dass der Künstler krank geworden ist, dafür kann niemand etwas, aber insgesamt, war es meiner Meinung nach nicht so schön wie in den letzten Jahren. Trotzdem gab es einen Gänsehautmoment für mich, nämlich die Rede von Gudrun Pausewang, nachdem sie den Sonderpreis für ihr Gesamtwerk erhalten hat. Alle Gewinner des diesjährigen Jugendliteraturpreis findet ihr hier.

Frankfurter Buchmesse 2017

Damit war die Messe für den Freund und mich beendet und wir haben uns auf den Heimweg gemacht. Und so gerne ich auf der Messe bin, ich liebe mein neues Zuhause und habe mich riesig gefreut, als wir endlich wieder da waren.

Frankfurter Buchmesse 2017

Was mir noch am Herzen liegt nach diesem langen Beitrag, ich habe es gestern nur über Social Media mitbekommen, aber gebt dem rechten Pack keine Chance, lasst euch nicht von denen unterkriegen und erhebt eure Stimme. Es kann nicht sein, dass solche Leute jetzt auch noch unsere geliebte Buchmesse kaputt machen. Passt auf euch auf und verschafft euren Stimmen Gehör, denn dass wir Schweigen und ihre rassistischen Äußerungen ignorieren ist kein Weg! Ich hoffe euch geht es allen gut.