Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance

Vertrauen. Was heißt das überhaupt? Wenn du einem Menschen vertraust, drückst du ihm ein Messer in die Hand, das er dir in den Bauch rammen kann.So viel weiß ich.

Über das Buch
Fischer FJB | 256 Seiten | erschienen: 03/2016 | Originaltitel: This Raging Light
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Eigentlich hat Lucille Wichtigeres zu tun, als sich ausgerechnet in den vergebenen Zwillingsbruder ihrer besten Freundin zu verlieben. Denn sie hat ein großes Geheimnis: Sie kümmert sich ganz allein um ihre kleine Schwester. Damit man sie ihr nicht wegnimmt, tut Lucille so, als wären ihre Eltern noch da. Sie geht nach der Schule arbeiten, bezahlt Rechnungen – und überlegt sich Ausreden. Von heute auf morgen muss sie erwachsen sein. In diesem Chaos bleibt keine Zeit für große Gefühle – aber wer kann sich schon wehren, wenn die wahre Liebe vor der Tür steht? Denn gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance. Ein entwaffnend ehrlicher und hoffnungsvoller Roman über die erste Liebe, das Erwachsenwerden und die wunderbare Erfahrung, niemals so allein zu sein, wie man sich fühlt.

Meine Meinung
Einstieg

Lucille ist alleine mit ihrer Schwester Wren. Ihre Mutter hat sie verlassen, weil sie eine Auszeit brauchte, aber diese sollte eigentlich nur vierzehn Tage dauern. Die vierzehn Tage sind genau zu dem Zeitpunkt vorbei, wo der Leser das erste Mal auf Lucille trifft. Ich habe sofort gemerkt, dass sie überfordert ist, dass sie nicht weiß, wie sie das alles stemmen soll und dass sie hofft, dass alles wieder normal wird. Sie hat mich gepackt, ich wollte wissen, ob normal wieder zurückkommt, ob sie das Leben meistert.

Schreibstil

Die Autorin hat einen sehr angenehmen Schreibtil. Es gab nur wenige Passagen, die mich mal zum Stocken gebracht haben. Das waren Absätze, die irgendwie künstlerisch gewirkt haben. Einwortsätze und Wiederholungen, die zwar ganz nett waren, aber meiner Meinung nach nicht immer zu der Ich-Erzählerin gepasst haben.

Charaktere

Lucille, die Ich-Erzählerin und auch Wren, ihre kleine Schwester konnte ich mir sehr gut vorstellen. Sie waren ausführlich charakterisiert und wirkten beim Lesen authetisch. Das Gefühl hatte ich jedoch weder bei Eden, ihrer besten Freundin, noch bei Digby, Edens Zwillingsbruder. Und ganz ehrlich, was ist „Digby“ denn für ein merkwürdiger Name? Es fiel mir verdammt schwer mir einen attraktiven Jungen vorzustellen bei diesem Namen. Digby hat mich manchmal ziemlich genervt. Ich finde es schrecklich wenn Jungs sich so verhalten, wie er es tut. Die Nebencharaktere waren zum Großteil gut beschrieben und leicht vorstellbar. Freddie hat mir von den Nebencharakteren am besten gefallen!

Verlauf

Leider war es der Verlauf, der mich nicht recht von sich überzeugen konnte. Es war eine originelle Idee, aber ich hatte das Gefühl es wurde einfach nicht genug daraus gemacht. Es lief so vor sich hin. Gut war, dass man eine deutliche Entwicklung von Lucille beobachten kann. Sie mausert sich und sie meistert die Schwierigkeiten, die ihr das Leben aufbürdet. Aber ich hatte das Gefühl, dass es keinen richtigen roten Faden gibt. Vielleicht habe ich mich auch vom Titel ein bisschen in die Irre führen lassen, denn viel Glück hatte Lucille die ganze Zeit über nicht. Erst zum Ende gab es dann auch mal eine Portion Glück, aber meiner Meinung nach nicht genug.

Ende

Alles bleibt irgendwie in der Schwebe und das mag ich wirklich nur sehr selten und in diesem Fall mag ich es gar nicht. Was ist denn nun? Nur zwei Sachen haben sich geklärt und die betreffen, meiner Meinung nach, nicht die wichtigsten Aspekte des Buches.

Fazit

bedingte Leseempfehlung

Das Buch bekommt von mir eine bedingte Leseempfehlung, weil es nicht besonders herausragend war. Ich konnte mich gut in Lucille hineinversetzen und fand es wirklich schön mitzuerleben wie sie an ihren Aufgaben wächst und sich weiterentwickelt. Leider hatte der Verlauf der Geschichte nicht viel mehr zu bieten und gipfelt darin, dass man am Ende nicht mal eine richtige Auflösung bekommt. Irgendwie sehr schade, denn die Idee hat mir gut gefallen.

Lasst ihr euch auch so arg vom Cover beeinflussen?

Eine weitere Meinung zum Buch findet ihr hier: Der Bücherblog