Seit zwei Wochen arbeite ich jetzt nun wieder als Ergotherapeutin. Ich arbeite in einer Praxis für Ergotherapie in Buchloe (und wisst ihr, mir ist ernsthaft erst gestern aufgefallen, dass in dem Ortsnamen das Wort Buch steckt.. das kann nicht wirklich Zufall sein, oder?), die sich mit allen möglichen Krankheitsbildern beschäftigt. Wenn man mich vor einiger Zeit gefragt hätte, ob ich mir vorstellen könnte wieder als Ergotherapeutin und dann auch noch in einer Praxis zu arbeiten, hätte ich aber vehement den Kopf geschüttelt.

Nach meiner Ausbildung zur Buchhändlerin wollte ich wirklich gerne in dem Berufsfeld bleiben und dort weiterarbeiten, aber leider gab es in Augsburg und Umgebung keine verfügbaren Stellen. Also habe ich natürlich auf meinen zuerst gelernten Beruf zurückgegriffen und habe mich bei verschiedenen Einrichtungen als Ergotherapeutin beworben. Was ich nicht geahnt habe, war dass es zur Zeit einen recht großen Therapeutenmangel gibt, sodass ich wirklich unzählige Vorschläge vom Arbeitsamt bekommen habe.

Wie es mein Glück wollte, hat es mich in die ergotherapeutische Praxis von C.F. Gerum geführt. Ich habe die Praxis betreten und wusste sofort, dass ich mich hier wohlfühlen würde. Nach dem Gespräch mit der Chefin und der Regelung aller Formalitäten, habe ich dann auch gleich zugesagt. Jetzt sind schon zwei Wochen vergangen und ich übernehme meine ersten Patienten, was mir riesigen Spaß macht. Ich bin froh, dass ich Verantwortung übernehmen und mich selbst organisieren kann.

Ergotherapie

Was ist Ergotherapie eigentlich?

Als ich meine Ausbildung gemacht habe, gab es dazu ein witziges Lied „Ergo-Song“, den man sicherlich noch auf YouTube finden kann in dem heißt es:

Ich mache Ergotherapie. – Was? – Ergotherapie! – Was? – Ergo-Thera-pie !
Er hat die Welt gesehen und schon viel erlebt, aber das noch nie.
Und was habt ihr so in eurer Ausbildung gemacht?
Das ist umfangreich, sage ich, und hab kurz nachgedacht.

Und genau das ist das Problem. Gefühlt jeder kennt jemanden, der jemanden kennt, der schon mal bei der Ergotherapie war, weil (…), aber so richtig erklären kann es sich keiner. „Ihr massiert doch, oder?“ Äh. Fast. „Ergotherapie? Das sind doch die Basteltanten.“ Hm – ja, fast.
Es ist tatsächlich sehr umfangreich, weil Ergotherapeuten in jedem Bereich der Medizin gebraucht werden von der Frühchenstation über die Psychiatrie, Rheumatologie/Orthopädie bis hin zum Altenheim und Hospiz.

Der „Deutsche Verband für Ergotherapeuten e.V.“ definiert den Begriff folgendermaßen:

Ergotherapie unterstützt und begleitet Menschen jeden Alters, die in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt oder von Einschränkung bedroht sind. Ziel ist, sie bei der Durchführung für sie bedeutungsvoller Betätigungen in den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit in ihrer persönlichen Umwelt zu stärken.
Hierbei dienen spezifische Aktivitäten, Umweltanpassung und Beratung dazu, dem Menschen Handlungsfähigkeit im Alltag, gesellschaftliche Teilhabe und eine Verbesserung seiner Lebensqualität zu ermöglichen.

Ich versuche das Ganze immer kurz zusammenzufassen und sage: Ergotherapeuten helfen Menschen wieder selbstständig leben zu können.

Es ist ein sehr abwechslungsreicher Beruf, vor allem wenn man in einer Praxis arbeitet. Es gibt so viele Möglichkeiten den Menschen wieder ins eigene Leben zu helfen und ihnen Lebensqualität zurückzugeben. (Und ja, da „basteln“ wir auch das ein oder andere Mal 😉 vor allem mit Kindern.)

Habt ihr selber schon mal Ergotherapie bekommen oder kennt jemanden, der jemanden kennt .. der mal bei der Ergotherapie war?

Falls ihr mehr zu dem Thema wissen wollt oder spezielle Fragen habt, schreibt es mir gerne in die Kommentare.