ein leeres buch

Ein leeres Buch

Vor wenigen Tagen hat ein kleiner Junge das Licht der Welt erblickt und ich habe mich sehr lange auf diesen Augenblick gefreut. Ein neues kleines Lebewesen. Leider konnte ich nicht vor Ort sein, als er endlich da war, aber ein paar Bilder von ihm habe ich schon erhalten.

Auch wenn er nicht mein eigenes Kind ist, liebe ich ihn schon jetzt von ganzem Herzen. Gerade gestern schrieb ich mit seiner Mutter und da hatte sie einen sehr klugen Gedanken, der mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf geht:

„Das ist so krass. An diesem kleinen Menschen hat noch kein negativer Gedanke genagt und er ist einfach ein leeres Buch.“

Dieser kleine neugeborene Mensch hat noch nichts Schlimmes erlebt. Er wurde noch nicht enttäuscht, wurde nicht verlassen, belogen oder betrogen. Er spürt nur die Liebe seiner Mutter und seines Vaters und die Freude aller, die ihn besuchen, darüber, dass er nun auf der Welt ist. Ein wunderbarer Gedanke, der mir gleichzeitig unheimlich Angst macht.

Alles was ab dem Moment seiner Geburt passiert nimmt Einfluss darauf, wie er die Welt und die Menschen im Laufe seines Lebens wahrnehmen wird, wie er sich entwickeln wird, welche Vorlieben und Abneigungen er haben wird. Er ist ein noch leeres Buch, dass alle, die jetzt mit ihm zu tun haben beginnen zu füllen ohne sein Zutun. Seine Mutter malt gewiss ganz viel Liebe und Herzlichkeit hinein, sein Papa auf jeden Fall sehr viel Humor und Ruhe. Seine Großeltern füllen es mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen und seine Tante, nun, die wird vorsorglich schon jetzt ein paar Flausen hinein malen.

Ich freue mich sehr auf den Moment, wenn ich ihn das erste Mal im Arm halten darf, diesen kleinen Menschen, der unser aller Leben, aber vor allem das seiner Eltern, in neue Bahnen lenken wird.

Ich bin gespannt, was ich in sein noch so leeres Buch malen werde.

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