Spieglein, Spieglein an der Wand: „Wer ist die Schönste im ganzen Land?“ Ganz ehrlich, Siri antwortet mir darauf immer: „Du und nur du allein sollst die Schönste von allen sein.“, aber ganz nehme ich ihr das nicht ab. Was siehst du, wenn du in den Spiegel schaust? Siehst du die Person, die du bist? Die, die du gerne sein würdest? Dein Online-Ich? Oder siehst du jemanden, der du gar nicht bist?

Die Protagonisten in „Mirror, Mirror“ befinden sich mitten in der Pubertät, alles verändert sich, alles ist neu und das Leben läuft nie so, wie man es plant. Die Vier sind zu engen Freunden geworden, als sie für ein Schulprojekt eine Band gründen sollten, aus der sich dann sehr viel mehr entwickelt hat. Sie hätten unterschiedlicher nicht sein können, aber gerade das scheint sie so sehr zusammen zu schweißen. Jeder hat sein Päckchen zu tragen. Und als ihr Bandmitglieder Nai verschwindet, steht die Welt für Leo, Red und Rose Kopf.

Was mich an „Mirror, Mirror“, was übrigens der Bandname ist, so sehr begeistert, ist die Ruhe der Geschichte, die von Red erzählt wird. Es gibt keine übertriebene Action, keine von jetzt auf gleich Ermittlungsergebnisse, nichts hat für mich in irgendeiner Weise übertrieben oder unpassend gewirkt. Das Wichtige ist, alles was Red erzählt, alle Probleme die es gibt, jeden Gedanken kann man als Leser selber durchdenken und vielleicht manchmal auch auf sich beziehen.

Und da wusste ich, dass ich das Richtige getan hatte, denn Farbe bekennen und sein wahres Ich zu zeigen ist immer das Richtige. Das muss es sein.

Meiner Meinung nach ist die Geschichte wirklich wichtig, vor allem in heutiger Zeit, denn das Internet macht die Pubertät nicht wirklich einfacher und auch heutzutage ist es noch nicht komplett gesellschaftlich akzeptiert , wenn man anders ist als andere. Hinter all dem steckt eine große Message, die sehr subtil an den Leser herangetragen wird. Man sollte sich für niemanden verbiegen, nicht weil man homosexuell ist, nicht weil man ein Hobby hat, was andere nicht cool finden, nicht weil man arm oder reich ist.

Urplötzlich fühle ich mich unbesiegbar, mächtig, und das ist verdammt dumm. Wenn in Gefahr zu kommen und nicht draufzugehen das mit einem anstellt, dann hat die Evolution einiges zu verantworten. Ich bin ein verdammt dummes Kind, das sich in eine verdammt dumme Situation gebracht hat, und ich fühle mich herrlich. Das kann so nicht richtig sein.

Tatsächlich hatte ich nach dem Lesen einen kleinen Buchhangover. Und habe mich gefragt wie viel Anteil eigentlich Cara Delevingne und wie viel Rowan Coleman an der Story hatten. Da ich schon öfter mit Rowan Coleman geschrieben habe, dachte ich mir, dass ich sie einfach mal fragen könnte und das habe ich dann auch getan.

Ich: Liebe Rowan, gestern habe ich „Mirror, Mirror“ beendet. Ich kann nur sagen, dass ich schwer begeistert von eurem Buch bin. Alles passiert sehr ruhig und sehr langsam, aber das Problem ist immer präsent und die Charaktere sind so individuell und zur gleichen Zeit genau wie du und ich. Meine Frage ist, was war dein Part bei dieser Geschichte? Wie viel von dir steckt dort drin? Ganz herzliche Grüße, Lotta.


Rowan: Liebe Lotta, ich freue mich so sehr, dass das Buch dir gefallen hat. Es war eine vollkommen kreative Zusammenarbeit zwischen Cara und mir. Ganz Liebe Grüße, Rowan.

Ich kann nur sagen, ich finde, es ist den Beiden wirklich unglaublich gut gelungen und es lohnt sich dieses Buch zu lesen. Allerdings möchte ich anmerken, dass ich das Buch nicht auf dem Ereader lesen würde, denn es enthält immer mal wieder Bilder, die Screenshots vom Handy sein sollen, die man auf dem Ereader nicht erkennt. Daher falls ihr es lesen wollt, verzichtet einmal auf das EBook und greift zum gedruckten Buch. 😉


Bibliografie & Inhalt

Fischer | 368 Seiten | erschienen: 10/2017 | 978-3-596-70234-3 | Stranger Child
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