Liebe Leser. Es kribbelt mir in den Fingern, denn heute habe ich wieder eine ganz besondere Autorin für euch! Das erste Mal hatte ich mit ihr im Januar 2015 Kontakt, als sie mich gefragt hat, ob ich ihr Buch als Leseexemplar haben möchte. Dieses Buch hat wahre Begeisterungsstürme bei mir ausgelöst und die sind bis heute nicht abgeebbt. Die Rede ist von Melanie Raabe, die nicht nur eine unfassbar talentierte Autorin ist, sie ist auch menschlich einfach sympathisch. Deswegen freue ich mich umso mehr, sie bei dieser Reihe dabei zu haben. Momentan bin ich gerade dabei „Die Wahrheit“, ihr neues Buch, zu lesen, das am 29.08 erscheinen wird. Rezensionen sind verboten vorher, aber ich darf wohl sagen, dass es, meiner Meinung nach, genauso ein Erfolg werden wird wie „Die Falle“. Genug Geplänkel.
Ab jetzt schreibt für euch: Melanie Raabe.

 


Melanie Raabe kommt zu Wort
ein FAQ

Hi, liebe Leser von Lottas Blog. Mein Name ist Melanie, und ich darf heute einen Gastbeitrag schreiben.
Habe mir ein paar Gedanken dazu gemacht. Meiner Meinung nach sollte ein Gastbeitrag schön oder nützlich sein, idealerweise beides. Weil Schönheit leider nicht sonderlich gut planbar ist, habe ich den Vorsatz gefasst, mich ein wenig nützlich zu machen.

 

Seit mein Roman „Die Falle“ draußen ist, erreichen mich – via Social Media oder über meine Homepage – jede Menge Fragen. Viele kommen von Lesern meines Buches. Aber beinahe ebenso viele kommen von Menschen, die ebenfalls schreiben und einen Rat brauchen. Ich bin immer wieder überwältigt von der schieren Anzahl an Leuten, die an einem Manuskript arbeiten, und natürlich tue ich mein Bestes, sie zu ermutigen und ihnen ein bisschen zu helfen.
Bestimmte Fragen wiederholen sich immer wieder, scheinen also die breitere Masse zu interessieren. Voilà, ein kleines FAQ – und die zugehörigen Antworten. Ich hoffe, das hilft den J.K. Rowlings und John Greens von morgen wenigstens ein bisschen.

Ist es schwer, einen Verlag zu finden?

Für mich war es schwer, ja. Meine ersten vier Romane wurden abgelehnt, erst mit dem fünften hat es geklappt. Von all den Manuskripten, die Jahr für Jahr bei den Verlagen eingereicht werden, wird nur ein winziger Prozentsatz angenommen. Absagen sind normal und sollten einen nicht entmutigen.

Wie hast du deinen Verlag gefunden?

Letztlich mit Hilfe meines Literaturagenten, mit der richtigen Idee zur richtigen Zeit – und einer großen Portion Glück.

Braucht man wirklich eine Literaturagentur?

Ich brauche sie definitiv. Ohne meine Agentur stünde ich vermutlich immer noch ohne Verlag da. Um meinen eigenen Agenten, Georg Simader von der copywrite Literaturagentur aus Frankfurt (frei) zu zitieren: Literaturagenturen sind Eheanbahnungsinstitute. Sie bringen den Autor mit dem richtigen Verlag zusammen.

Wie schreibt man ein Buch?

Das muss jeder für sich selbst herausfinden, aber ich mache es so: Wenn ich eine zündende Idee habe, skizziere ich sie kurz. Wenn ich auf Basis dieser Skizze das Gefühl habe, dass diese Idee einen Roman tragen könnte, dann entwerfe ich einen groben Plan – und beginne zu schreiben. Ganz frei, ohne gleich alles richtig machen zu wollen. So entsteht die erste Fassung. Wenn die fertig ist, beginnt der wichtigste Arbeitsschritt: immer wieder kürzen, neu schreiben, überarbeiten – bis am Ende alles sitzt. Manchmal brauche ich vier Fassungen, bis ich am Ziel bin, manchmal sechs und manchmal zehn. Immer getreu dem geflügelten Wort: Great books aren’t written, they are re-written.

Hast du eine Schreibroutine?

Ich schreibe am Liebsten morgens, wenn ich noch unbelastet vom Tag bin, noch nicht die Zeitung gelesen habe, noch nicht auf Twitter war. Wenn ich meine eigenen Gedanken noch hören kann.

Wie vermeidest du Schreibblockaden?

Indem ich mich und meinen Text beim Schreiben der ersten Fassung so wenig wie möglich bewerte. Mit einem kritischen Blick gehe ich erst ab der zweiten Fassung an meinen Text heranDa zieht man Vergleiche, ob man will oder nicht, und das verunsichert nur. Überhaupt finde ich, dass man ausschließlich mit sich selbst konkurrieren sollte.

Was würdest du mir, einer angehenden Autorin/einem angehenden Autor raten?

So viel wie möglich lesen, so viel wie möglich leben, so viel wie möglich schreiben. Kritik ernst nehmen, sich aber auch nicht davon entmutigen lassen. Und Spaß haben, verdammt noch mal! Das ist vielleicht sogar mein wichtigster Tipp. Ich glaube fest daran, dass sich Enthusiasmus beim Schreiben und die Leidenschaft für den Stoff auf die Leser übertragen.

 
 

Autoren kommen zu Wort mit Melanie Raabe

Copyright by Christian Faustus

Melanie Raabe wurde 1981 in Jena geboren, wuchs in einem 400-Seelen-Dorf in Thüringen und einer Kleinstadt in NRW auf, studierte Medienwissenschaft und Literatur in Bochum und lebt inzwischen in Köln – als Journalistin, Drehbuchautorin, Bloggerin, Performerin und Theaterschauspielerin. Sie betreibt ihren eigenen Interview-Blog (www.biographilia.com) und erhielt bereits mehrere Preise für ihr Schreiben. Die Rechte an ihrem Roman „Die Falle“ wurden bereits vor Erscheinen international verkauft, u.a. nach Frankreich, Italien, die Niederlande, Spanien und das englischsprachige Ausland.

 

die falle die wahrheit

  


 

Liebe Mel, an dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an dich für diesen sehr hilfreichen Beitrag!

  

Ich habe mich darüber gefreut, als ich von Melanie die Zusage erhalten habe, dass sie bei „Autoren kommen zu Wort“ mitmachen wird. Die Idee mit den Fragen und Antworten hat mir persönlich sehr gut gefallen und vor allem die Tipps zum Schreiben selbst werde ich mir zu Herzen nehmen, denn auch als Blogger hat man manchmal eine Schreibblockade. So, dann werde ich mich mal wieder „Die Wahrheit“ zurückziehen. 😉

Wie fandet ihr den heutigen Beitrag?
Konnte Melanie Raabe euch mit ihren Tipps & Tricks weiterhelfen?