Hallöchen liebe Leser. Es ist mal wieder soweit, ich habe mir etwas neues für den Blog ausgedacht und freue mich wahnsinnig, dass heute der erste Post zur neuen Reihe „Autoren kommen zu Wort“ online geht. Was das sein soll? Ganz einfach, einmal im Monat – an jedem zweiten Freitag im Monat – wird ein Autor auf meinem Blog das Sagen haben. Ich hoffe, dass wir eine ganz bunte Mischen an Texten finden werden, denn ich habe komplett frei gestellt, über was geschrieben wird, auch die Länge der Texte ist vollkommen irrelevant. Ich möchte hier einen Raum bieten, um Autoren einmal von einer anderen Seite kennenzulernen, etwas von Ihnen zu lesen, dass man nicht schon hundert Mal in zehn verschiedenen Interviews gehört hat. Ich habe die große Ehre, dass Adriana Popescu sich als Erste an einen Text heran gewagt hat, den ich nun heute präsentieren darf. Ich bin gelinde gesagt aufgeregt!

 


Adriana Popescu kommt zu Wort
Von fiktiven Freunden und Erinnerungen an Dinge, die ich nie erlebt habe

Ein Leben als Schriftstellerin, das hatte ich mir schon als junges Teenagermädchen erträumt. Menschen unterhalten, sie auf Reisen mit erfundenen Figuren schicken, ihnen eine Gänsehaut beschweren und Tränen in die Augen zaubern, wenn sie selig lächelnd die letzte Seite beenden. Wie wunderbar muss das sein, zwischen all den großen Namen im Buchladen zu stehen, mit dem schönsten Cover und einem Klappentext, der zum Mitnehmen einladen soll. In meiner Traumvorstellung lesen die Menschen meine Bücher im Urlaub am Strand, in der U-Bahn auf dem Weg in den Feierabend und „nur noch diesen Absatz“ im Bett, weil sie es nicht aus der Hand legen können. Schriftstellerin zu werden, das hört sich nach viel Spaß an – dachte ich.

Doch wieso hat mich niemand gewarnt, dass in jedes Buch das ich schreibe, auch ein Teil von mir einfließt? Dass mir Figuren, die frei erfunden sind, so sehr ans Herz wachsen, dass ich das dringende Bedürfnis verspüre, sie im Buchladen besuchen zu müssen, ihre hübsches Covern streicheln und hoffen, dass sie bald ein liebevolles Zuhause in einem prall gefüllten Buchregal bei euch bekommen? Wieso hat mich niemand gewarnt, dass das Schreiben des letzten Wortes immer wie ein Abschied am Bahnhof schmeckt? Inklusive kleiner Tränen, die man verheimlichen will, bis die zu verabschiedende Person in den Zug gestiegen ist? Niemand hat mir gesagt, dass ich von jeder neuen Manuskriptreise mit einem Rucksack voller Erinnerungen an Orte, Gefühle und Menschen, die es nie gab, zurückkommen werde?
 
Jetzt ist es zu spät und ich bin mitten drinnen, nenne Tristan, Layla, Lewis, Paula, Pippa und Lukas ebenso meine Freunde, wie Ella, Ben und Jasper. Frage mich in den langen Wartepausen an der Bushaltestelle, wie es ihnen wohl geht, ob sie glücklich sind, da wo sie sich jetzt rumtreiben und ob mich jemand alleine für diese Gedanken in eine Anstalt einliefern würde. Ist es verrückt Menschen zu vermissen, die es nicht gibt? Vermutlich. Und doch ist es genau das, was mich am Schreiben mit einem unbeschreiblichen Gefühl erfüllt. Zu wissen, dass – wenn ich richtig viel Glück habe und es richtig anstelle – es da draußen Leser gibt, die nach dem Beenden eines der Bücher, meine Figuren auch ihre Buchfreunde nennen. Immer mal wieder an sie denken und sich wünschten, sie könnten das Buch noch einmal zum ersten Mal lesen. Es mag um Bestsellerlisten und millionenhohe Auflagen gehen. Um Übersetzungen und Filmrechte. Versteht mich nicht falsch, ich würde mich über einen Film zu „Lieblingsmomente“ so sehr freuen, dass man es wohl von München bis Bremen hören könnte!
 
Doch es geht auch um die Geschichten zwischen den Buchdeckeln, um die Figuren, die zu Freunden werden, um die Abenteuer, die man erlebt – wenn auch nur durch Buchstaben auf dem Papier. Und um Erinnerungen, die ich ohne meine verrückte Truppe niemals haben würde. Ein Leben als Schriftstellerin, das hatte ich mir schon als junges Teenagermädchen erträumt. Jetzt darf ich es leben und will nie wieder ein anderes. Nie mehr.
Bis zum letzten Abschied am Bahnhof.

 

Autoren kommen zu Wort mit Adriana Popescu

Adriana Popescu, 1980 in München geboren, arbeitete als Drehbuchautorin fürs Fernsehen, bevor sie für verschiedene Zeitungen, Zeitschriften und City-Blogs schrieb. 2012 gelang ihr mit dem selbstverlegten E-Book »Versehentlich verliebt« der Auftakt einer Reihe von Überraschungserfolgen. Wenn Adriana Popescu nicht an ihren Texten arbeitet, widmet sie sich der Fotografie oder singt (viel zu laut und falsch) Lieder im Radio mit. Mittlerweile harrt eine große Fangemeinde ihren nächsten Veröffentlichungen entgegen, die in mehreren großen Publikumsverlagen erscheinen.

 

Lieblingsmomente Lieblingsgefühle Versehentlich Verliebt 5 Tage Liebe Ein Sommer und vier Tage Ewig und Eins Paris du und ich

 


Herzlichen Dank an Adriana Popescu für diesen Einblick in dein Leben.

 

Wahnsinn, ich kann es noch gar nicht fassen, dass die Reihe jetzt wirklich angelaufen ist. Es hat ziemlich viel Arbeit und Planung erfordert und nun freue ich mich sehr darauf jeden Monat einen anderen Autor/eine andere Autorin zu Wort kommen zu lassen. Der oder die nächste Autor/in wird am 11. März seinen oder ihren Text bei mir veröffentlichen. Wer das sein wird verrate ich nicht, schließlich soll es spannend bleiben. 😉

Und was sagt ihr zu Adrianas Gedanken?
Schreibt ihr vielleicht selber? Geht es euch manchmal ähnlich?