Jessicas Geist

Warum, fragte sich Francis, war das Anderssein eigentlich so schmerzhaft? Warum machte es einem so viel aus, wenn doch sowieso jeder Mensch irgendwie anders war als der andere.

Über das Buch
Rowohlt | 320 Seiten | erschienen: 08/2016 | Originaltitel: Jessica´s Ghost  
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Francis ist ein Außenseiter. Er hat keine Freunde und an seiner Schule wird er die meiste Zeit ignoriert, wenn er nicht gerade geärgert wird. Und das alles nur, weil er ein nicht ganz jungstypisches Hobby hat. Francis will einfach nur alleine sein, doch dann trifft er durch Zufall auf Jessica.

Jessica hat seit einem Jahr mit niemandem geredet. Das liegt allerdings nicht daran, dass sie es nicht wollte. Bisher konnte sie nur niemand sehen oder hören. Doch dann trifft sie durch Zufall auf Francis.


 

Meine Meinung

Die erste Begegnung

Gleich zu Beginn des Buches steckt man miten in der Geschichte. Ich liebe es, wenn man sofort durchstarten kann und es kein langes Vorgeplänkel gibt und so war es auch hier. Francis will in der Pause seine Ruhe haben und da geht aus dem Schulgebäude zu einer Parkbank. Dort trifft er Jessica, die im tiefsten Winter gekleidet ist als wäre Hochsommer. Das liegt allerdings daran, dass Jessica nicht empfinden kann, ob es warm oder kalt ist, denn sie ist seit einem Jahr tot. Die Begegnung ist für beide ein Schock. Jessica wurde noch nie von jemandem gehört oder gesehen und Francis, nun ja, wann trifft man schon mal einen Geist?

unkompliziert authentisch

Alles an diesem Buch wirkt einfach absolut authentisch. Ich liebe die Charaktere, die im Verlauf des Buches noch mehr werden, über die ich aber nichts sagen möchte, damit ich nicht zu viel vorweg nehme. Alle Charaktere sind sind mit einfachen Mitteln beschrieben, aber genau so, dass man beim Lesen eine klare Vorstellung von Ihnen hat. Wahrscheinlich auch, weil jeder von uns diesen Typ Mensch kennt. Aber nicht nur die Beschreibung der Charaktere ist authentisch, auch ihre Handlungen und Interaktionen konnten mich vollkommen überzeugen. Alles zwischen ihnen wirkte so unkompliziert und klar. Sie hatten von Anfang an eine Beziehung zueinander, die ich mir vorstelle, wenn ich an Freundschaft denke.

Absolut nicht 0815

Als ich mit dem Lesen begonnen habe, hatte ich keine großen Erwartungen an das Buch und dann wurde ich eines besseres belehrt. Es war so mitreißend und anders als die Bücher, die ich bisher gelesen habe, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte zu lesen. Die ganze Zeit habe ich gerätselt, was dahinter stecken könnte und bis es dann im Buch aufgelöst wurde, bin ich nicht dahinter gekommen. Ich habe viel spekuliert, aber ich lag immer falsch. Die Auflösung ließ dann plötzlich alles in einem anderen Licht erscheinen, alles was zuvor geschehen ist und ich hatte auf einmal ein neues Lesegefühl. Besonders gut war, dass die Geschichte in sich komplett stimmig war und am Ende keine offenen Fragen zurück blieben.

Märchenerzählerstil

Die Geschichte ist im auktorialen Stil geschrieben und ich habe es bei diesem Buch sehr genossen. Es kam mir durch Formulierungen wie: „Doch dann, drei Wochen nach der Entdeckung von Jessicas Todesursache, passierte etwas, das ihr neues Lebensgefühl in Gefahr zu bringen drohte.“, so vor als würde mir die Geschichte von einem Märchenerzähler erzählt werden. Und in gewisser Weise ist diese Geschichte vielleicht auch ein Märchen.

Und die Moral von der Geschicht‘..

Spoiler

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Fazit

Leseempfehlung

.. die verrate ich euch nicht. Denn ihr solltet das Buch ganz dringend selber lesen. Mich konnte diese Geschichte nur nicht nur mitreißen, sie hat meine Erwartungen übertroffen! Das Schöne an „Jessicas Geist“ ist, dass sie, denke ich, jeder sie nachvollziehen kann. Jeder, der schon einmal anders war als alle anderen und sich als Außenseiter gefühlt hat. Trotz der recht geringen Seitenanzahl ist es dem Autor gelungen einen sehr guten Spannnungsbogen zu schaffen und den Charakteren ein angenehmes Maß an Tiefe zu verleihen. Daher gibt es von mir an dieser Stelle eine Leseempfehlung.

Was macht dich persönlich unkonventionell?

Eine weitere Meinung zum Buch findet ihr hier: Reading a little Dream