Paris du und ich

Vielleicht kann er ja bei mir auch so sein wie er wirklich ist. Und vielleicht ist das ganze Geschrei in seinem Leben nicht so laut, wenn wir hier zusammen sitzen und essen. Das wäre zur Abwechslung bestimmt auch ziemlich gut.

Über das Buch
cbj | 352 Seiten | erschienen: 07/2016 
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Romantik pur hatte sie geplant – eine Woche Paris bei ihrem chéri Alain. Doch angekommen in der Stadt der Liebe, muss die sechzehnjährige Emma feststellen, dass Alains »Emma« inzwischen »Chloé« heißt und sie selbst nun dumm dasteht: ohne Bleibe, ohne Kohle, aber mit gnadenlos gebrochenem Herzen. Ähnlich down ist Vincent, dem kurz vor der romantischen Parisreise die Freundin abhandengekommen ist, und den Emma zufällig in einem Bistro trifft. Zwei Cafés au lait später schließen die beiden Verlassenen einen Pakt: Sich NIE wieder so heftig zu verlieben. Und nehmen sich vor, trotz allem diese alberne Stadt der Verliebten unsicher zu machen, allerdings auf ihre Art. Paris für Entliebte – mit Chillen auf Parkbänken, Karussellfahren auf alten Jahrmärkten, stöbern in schrägen Kostümläden. Doch ob das klappt: sich in der Stadt der Liebe NICHT zu verlieben?


 

Meine Meinung

Liebe macht blind

Die arme arme Emma muss diese Erfahrung auch machen. Wahrscheinlich hatte jeder schon einmal so ein Erlebnis, bei dem man von seiner vermeintlich großen Liebe einfach schamlos hinters Licht geführt wurde. Der Leser macht mit Emma dieses Erlebnis gemeinsam durch und das ganz zu Anfang des Buches. Am liebsten hätte ich sie in den Arm genommen und ihr den Kopf gestreichelt. Aber ich wollte sie nicht vor diesem Unheil bewahren, denn wenn ich das tun würde (- wenn ich es gekonnt hätte), dann wäre die Geschichte doch niemals so verlaufen. Also sag ich mal: ein Hoch auf Alain, den fiesen Mistkerl.

Paris, du schönes Ding!

Einen herrlicheren Schausplatz für diese Geschichte hätte die Autorin sich nicht aussuchen können. Ich liebe Paris und mit ihrer sehr bildhaften Sprache hat Adriana Popescu es geschafft mich direkt dorthin zu beamen. Sie hat eine ganz besondere Art zu schreiben, die mich jedes Mal aufs Neue mitreißen kann. Es wirkt so authentisch, dass ich selbst das Gefühl hatte mit Liebeskummer in Paris zu hängen. Die Stadt der Liebe mit Liebeskummer gegenüber zu treten, ist nicht das schönste Gefühl, aber wenn zwei Negative aufeinander treffen, dann ergibt sich daraus etwas Positives, habe ich mal gehört. Also können zwei Menschen mit Liebeskummer vielleicht trotzdem ganz viel Spaß zusammen haben.

Ich bin Hals über Kopf verliebt.

Es passiert mir bei Büchern von Adriana Popescu immer wieder, dass ich mich in den männlichen Protagonisten vergucke, das kennen wir nun schon. Aber dieses Mal hat es mich voll erwischt. Vincent ist einfach anders. Anders als alle, die zuvor da waren. Er ist besonders und großartig und absolut liebenswert. Vincent hat so ein gutes Herz und ich bin froh, dass er nicht der typische Sunnyboy ist. Ich sag’s euch, von allen von der Autorin erschaffenen Protagonisten ist er mir der liebste.

Konflikte werden klein gehalten

Das ist ein Punkt der mir an diesem Buch besonders gut gefällt. Ich kann es nicht besonders leiden, wenn sich in einer Geschichte Konflikte anbahnen und diese dann lang und breit getreten werden. Genau das wurde hier vermieden. Klar, gibt es auch in dieser Geschichte Konflikte, die geklärt werden müssen, aber sie werde nicht unnatürlich aufgebauscht und gerade deswegen verliert der Verlauf nie seine Spannung. Das Hauptaugenmerk liegt nicht darauf, was vielleicht Ärger machen kann oder Unmut bringen kann, sondern auf den schönen Dingen des Lebens. Alles was Emma und Vincent erleben wirkt ehrlich und harmonisch, so, dass man sich einfach mit ihnen wohlfühlen muss.

liebevolle Details runden die Geschichte ab

Das Buch ist aus Emmas Sicht geschrieben. Am Ende jeden Tages schreibt sie einen Brief an Paris, um ihren Tag zusammenzufassen und vielleicht auch um die Zeit dort niemals zu vergessen. Ich habe sehr gerne das Geschehene nochmal Revue passieren lassen und habe mich mit Emma daran erfreut oder auch nicht. Auch die kleinen Insider und Witze von Emma und Vincent haben es mir sehr angetan. Sie schaffen eine besondere Vertrautheit und haben mir die Charaktere noch näher gebracht. Außerdem gibt es einen Nebencharakter, den ich sehr ins Herz geschlossen habe. Jean-Luc verkörpert für mich alles, was ich mit wahrer Liebe verbinde. Aber viel mehr möchte ich zu ihm gar nicht verraten.

 

Liebes „Paris, du und ich“,

Leseempfehlung | Lottas Lieblinge

du hast mir zwei wirklich wunderbare Tage beschert, die ich definitiv nicht missen möchte. Ich habe es genossen mich von dir in eine meiner Herzensstädte entführen zu lassen und du hast meine Liebe zu Paris wieder neu entfacht. Ich muss ganz dringend mal wieder einmal dorthin. Emma und Vincent haben mich vollkommen mitgenommen. Was an dir so schön ist, ist, dass deine Geschichte so ehrlich und wirklich ist. Sie ist anders als alle anderen Geschichten, die ich bisher gelesen habe, ein Buch, dass einem einfach ein gutes Gefühl gibt, das einem erlaubt sorglos zu sein. Liebes „Paris du und ich“, du bist charmant, humorvoll und absolut liebenswert.

 

Danke, deine Lotta
PS: Du gefällst mir sogar noch besser als „Ein Sommer und vier Tage„. Vielleicht liegt es an Paris.. aber ich glaube es liegt an Vincent. Ich verliere mein Herz immer an Typen mit Ecken und Kanten.

Wart ihr schon mal in Paris und wenn nicht, wollt ihr mal dorthin?

Danke, Adriana, dass du Zola unsterblich gemacht hast.