Ist man selber nicht ganz dicht, wenn man die Gestörte in einer Geschichte sympathisch findet?

Diese Frage stelle ich mir nicht zum ersten Mal. Schon als ich vor vielen Jahren „Der siebte Tod“ von Paul Cleave gelesen und oder die Gretchen-Reihe von Chelsea Cain, habe ich mich gefragt, ob man mit den Psychopathen einer Geschichte sympathisieren darf und was das vielleicht über einen aussagt. Vielleicht, weil sie oftmals einfach die Impulse ausleben, die man selber manchmal hat, aber dank gesundem Menschenverstand nicht auslebt? Ich weiß es nicht. Aber auch in dem neuen Buch von Michael Robotham war die Durchgeknallte mir wieder durchaus sympathisch, vielleicht tat sie mir ein bisschen mehr Leid, als dass ich sie wirklich verstehen konnte, aber ich finde es eine Meisterleistung, die Böse in einem Buch so darzustellen, dass der Leser sie nicht vollkommen schrecklich findet.